Falscher Architekt baute jahrzehntelang öffentliche Gebäude in Paris

2. September 2014, 10:06
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Franzose wurde zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt

Ein Franzose hat 30 Jahre lang Schulen, Kindergärten und Wohnungen am Stadtrand von Paris gebaut, ohne je ein Architektur-Diplom gemacht zu haben. Jetzt wurde der 60-jährige Philippe Leblanc wegen Betruges und Urkundenfälschung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

Ein Gericht in Versailles bei Paris sprach am Montag zudem mehreren Zivilklägern zwischen 1.000 und 3.000 Euro Schmerzengeld zu, deren Vertrauen der vorgebliche Architekt missbraucht habe, "auch wenn im Allgemeinen die Arbeiten ohne Probleme ausgeführt wurden".

"Gut gebaut"

Höhere Schadenersatzforderungen und Rückzahlung von Honoraren lehnte das Gericht ab. Der Anwalt des Angeklagten zog daraus den Schluss, dass sein Mandant zwar "ohne Diplom gebaut hat, aber er hat gut gebaut". Versicherungen hatten angekündigt, dass sie für mögliche Schäden an den Bauten nicht aufkommen würden.

Studienabschluss nachgeholt

Leblanc hatte nie das Architekten-Diplom gemacht und war daher nicht Mitglied der Architektenkammer. Er nutzte aber die Mitgliedsnummer seines Schwagers, um sich Zugang zu Aufträgen zu verschaffen und an öffentlichen Ausschreibungen teilzunehmen. Ohne Verdacht zu erregen, erbaute er so 30 Jahre lang verschiedenste Gebäude.

Nun holte der Mann, der als Student architektonische Kenntnisse bei einem "echten" Architekten erworben hatte, den Studienabschluss nach: In zwei Wochen wird er wissen, ob er bestanden hat. (APA, 2.9.2014)

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