Amnesty-Bericht: IS will systematische "ethnische Säuberung" im Irak

2. September 2014, 09:14
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Menschenrechtsorganisation veröffentlicht Berichte Überlebender

London/Bagdad - Die radikalislamische Miliz Islamischer Staat (IS) will nach Erkenntnissen von Amnesty International ethnische Minderheiten im Nordirak systematisch auslöschen. Die IS-Miliz wolle Spuren aller Nicht-Araber und aller nichtsunnitischen Muslime beseitigen, sagte am Dienstag die Amnesty-Mitarbeiterin Donatella Rovera, die sich derzeit in der Region aufhält.

Berichte von Überlebenden

"Die Massaker und der Menschenraub des Islamischen Staats liefern grauenhafte neue Beweise dafür, dass Minderheiten von einer Welle der ethnischen Säuberung bedroht sind, die über den Nordirak schwappt", sagte sie. Bei Angriffen auf Dörfer im August seien hunderte Männer und Jugendliche hingerichtet worden. Ein Überlebender namens Salem berichtete den Helfern von den Qualen der Verletzten nach dem Überfall: "Manche konnten sich nicht bewegen und sich nicht retten; sie lagen in Qualen da und warteten auf den Tod. Sie starben einen grauenhaften Tod."

Amnesty-Mitarbeiterin Donatella Rovera zur Situation im Irak

Aufforderung an die irakische Regierung

Er selbst sei von einem Nachbarn gerettet worden, der ihm unter Lebensgefahr zwölf Nächte lang Wasser und Essen gebracht habe. Er habe sich schließlich auf einem Esel in die Berge und schließlich in das kurdisch kontrollierte Gebiet retten können. Amnesty International forderte die irakische Regierung auf, alle Zivilisten ohne Ansehen ihrer Religionszugehörigkeit oder ihrer Herkunft zu schützen. (APA/dpa)

  • Flüchtlingslager in Zakho im Norden des Irak.
    foto: epa/str

    Flüchtlingslager in Zakho im Norden des Irak.

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