BND-Spion informierte USA über Geheimdienstchefs

2. September 2014, 07:25
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"Mitteldeutsche Zeitung": Deutscher Agent gab brisante Daten weiter

Berlin - Der enttarnte Agent des deutschen Bundesnachrichtendienstes (BND) hat einem Zeitungsbericht zufolge noch brisantere Informationen an die USA weitergeleitet als bisher bekannt. Zu den Dokumenten gehörten auch eine Übersicht der BND-Residenzen mit den Namen und Adressen der betroffenen Agenten sowie Konzepte zur Gegenspionage.

Wie die Online-Ausgabe der "Mitteldeutschen Zeitung" in der Nacht auf Dienstag unter Berufung auf Mitglieder des Parlamentarischen Kontrollgremiums (PKGr) des Bundestages berichtete, verbreitete er auch Protokolle von Gesprächen, die der Präsident des Bundesnachrichtendienstes, Gerhard Schindler, und sein Stellvertreter mit den Geheimdienstchefs anderer Länder führten.

Einsatzgebiete/Auslandsbeziehungen

Die USA erfuhren laut dem Blatt nicht nur die Namen der Länder, die der BND im Auftrag des Bundeskanzleramtes überwachen sollte, sondern auch, was genau ausgeforscht werden sollte. Zuletzt war bekannt geworden, dass die Türkei, aber auch Albanien unter Beobachtung des BND stehen.

Der Verdächtige war Anfang Juli festgenommen worden. Er arbeitete in der Registratur der BND-Abteilung "Einsatzgebiete/Auslandsbeziehungen". 218 Papiere schmuggelte er laut der Zeitung am Körper durch die Kontrolle des BND in der Zentrale von Pullach bei München, scannte sie zu Hause ein und leitete sie dann weiter.

Mitglieder des Parlamentarischen Kontrollgremiums konnten inzwischen Einsicht in die Dokumente nehmen. Es war ihnen jedoch nicht erlaubt, sich Notizen zu machen. Vielmehr mussten sie sich alles, was sie lasen, merken. (APA, 2.9.2014)

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