Zugverkehr unbeeindruckt von Warnstreiks 

2. September 2014, 07:44
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Einschränkungen im Regionalverkehr in Baden-Württemberg möglich

Berlin - Nach dem Warnstreik der Lokführergewerkschaft GDL läuft der Zugverkehr in Deutschland nach Angaben der Bahn wieder weitgehend normal. Am Morgen habe es kaum noch Beeinträchtigungen für Reisende gegeben, teilte der Konzern am Dienstag mit. Im Nah- und Fernverkehr sei nur noch mit geringfügigen Verspätungen, etwa in Baden-Württemberg zu rechnen.

Die GDL hatte am Montagabend mit einem dreistündigen Warnstreik den Zugverkehr erheblich gestört. Betroffen war nach Angaben der Deutschen Bahn vor allem der Personenverkehr. Schwerpunkte waren demnach die S-Bahnen in Berlin, Hamburg, Hannover, Frankfurt, München und Stuttgart sowie in Nordrhein-Westfalen. In den Hauptbahnhöfen Hamburg und Hannover sei zeitweise der gesamte Zugverkehr zum Erliegen gekommen. Auch im Fernverkehr habe es Ausfälle und Verspätungen gegeben, insgesamt seien bundesweit rund 150 Züge betroffen gewesen. Im Güterverkehr sei es bei rund 50 Zügen zu Beeinträchtigungen gekommen.

Drohung mit weiteren Streiks

Die Gewerkschaft schließt in dem Tarifkonflikt weitere Warnstreiks nicht aus. Sollte die Bahn in dem Konflikt nicht einlenken, soll parallel auch über einen Dauerstreik abgestimmt werden.

Die GDL verlangt fünf Prozent mehr Lohn, die Verkürzung der Wochenarbeitszeit auf 37 von 39 Stunden sowie bessere Schichtpläne. Kern des Konflikts ist aber, dass die GDL dies nicht mehr allein für die 20.000 Lokführer fordert, sondern auch für rund 17.000 Zugbegleiter und Rangierführer. Diese will die größere Konkurrenzgewerkschaft EVG weiter vertreten. Zudem hat die EVG im Gegenzug angekündigt, nun für die gesamte Bahn-Belegschaft inklusive Lokführer verhandeln zu wollen. Dabei geht es um rund 160.000 Beschäftigte. (Reuters, 2.9.2014)

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