Achtelfinale vor Alkoholerlaubnis

1. September 2014, 17:52
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Dominic Thiem schmückt als sechster Österreicher Achtelfinale eines Grand-Slam-Turniers. Er ist der einzige Ungesetzte unter den letzten 16 der US Open

New York / Wien - Paris-Sieger Thomas Muster, Paris-Halbfinalist Jürgen Melzer, die Melbourne-Viertelfinalisten Peter Feigl und Stefan Koubek sowie der Wimbledon-Achtelfinalist Alexander Antonitsch haben es Thiem vorgehüpft, allerdings allesamt später in ihrer Karriere. Der Niederösterreicher setzte schon bei vierter Gelegenheit und im 50. Einzelmatch auf der ATP-Tour den nächsten Meilenstein seiner Karriere.

Gebraucht hat er dafür netto lediglich 1:49 Stunden, dann war der als Nummer 19 gesetzte Spanier Feliciano López mit 6:4, 6:2, 6:3 bezwungen. Groß gejubelt hat Thiem deshalb aber nicht. "Es war bisher sehr solide", sagte der Kitzbühel-Finalist zu seinen Auftritten in Flushing Meadows.

Mehr als solide wird der einzige Ungesetzte unter den letzten 16 der bis Montag an Überraschungen armen 134. Ausgabe der US-Meisterschaften am Dienstag spielen müssen. Da wartet das erste Duell mit Tomas Berdych. Die 28-jährige Nummer sechs der US Open stampfte in Runde drei über den Russen Teimuras Gabaschwili innert 1:48 Stunden mit 6:3, 6:2, 6:4 hinweg.

Der 1,96 Meter große Tscheche freute sich auf das Match gegen den Jungspund aus Lichtenwörth, der am Tag danach so oder so seinen 21. Geburtstag feiern wird, also nach US-Recht seinen Triumph über López nicht einmal mit einem Bier begießen hätte dürfen. "Er spielt drauflos, und zwar ohne Nerven und ohne Extradruck." Berdych selbst, 2012 im Semifinale, ist auch relativ drucklos, seine Vorjahrespunkte hat er mit dem Einzug ins Achtelfinale nämlich schon verteidigt. 2013 unterlag er dem späteren Halbfinalisten Stanislas Wawrinka aus der Schweiz in vier Sätzen.

Thiem hat für sich dagegen weit mehr als das Soll erreicht. In der virtuellen Weltrangliste liegt er bereits unter den besten 40, also nicht mehr weit weg von seinem erst jüngst adaptierten Saisonziel, das ihn in der Setzliste für die Australian Open im Jänner 2015 sähe. Um ganz sicher zu gehen, wäre dafür am Ende des Jahres Rang 32 nötig.

Fette Beute

Sicher ist, dass Thiem sein Karrierepreisgeld von bisher knapp 700.000 um 187.300 US-Dollar aufgestockt hat. Eine Sensation gegen Berdych wäre weit mehr als die zusätzlichen 183.000 Dollar wert, daran wagte Thiem aber offiziell nicht zu denken.

Seinen letzten Kontrahenten als 20-Jähriger nannte er einen tollen Spieler. "Ich kenne ihn natürlich vom TV, das wird ein sehr taffes Match. Ich muss schauen, dass ich aggressiver spiele." Bei den French Open hat er Berdych bei dessen Viertelfinalniederlage gegen seinen lettischen Trainingspartner Ernests Gulbis gesehen. Diesen hatte Thiem in New York zuvor besiegt.

Vor allem die Chance auf eine Nightsession im mehr als 22.000 Zuseher fassenden Arthur Ashe Stadium trieb Thiem nach dem Sieg über López um: "Ich liebe es in der Nacht zu spielen." (lü, DER STANDARD, 2.9.2014)

  • Dominic Thiem ist virtuell schon unter den besten 40 Tennisspielern der Welt.
    foto: apa/epa/lane

    Dominic Thiem ist virtuell schon unter den besten 40 Tennisspielern der Welt.

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