Mexiko: Rätsel um Fischsterben in See

Ansichtssache1. September 2014, 17:31
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Hunderttausende Exemplare einer Karpfenart verendeten in den vergangenen Tagen im Lago Cajititlan - Behörden vermuten Ursache in nahe gelegener Kläranlage

Geschätzte fünfzig Tonnen toter Fische treiben seit Tagen an der Oberfläche des Cajititlan-Sees im mexikanischen Bundesstaat Jalisco. Der Grund für das Massensterben ist noch ungeklärt. Während die örtlichen Behörden beteuern, es handle sich um den Ausreißer eines natürlichen Zyklus, geht die Umweltministerin des Bundesstaats von einer menschengemachten Ursache aus: "Wir haben keinen Hinweis auf ein natürliches oder zyklisches Phänomen. Im Gegenteil, es gibt Indizien, dass sich diese Vorfälle wegen der unzureichenden Pflege und Bewirtschaftung des Gewässers häufen", sagte Maria Magdalena Ruiz Mejia.

Die Ursache für das Fischsterben könnte laut Ruiz Mejia im nicht fachgerecht behandelten Klärschlamm aus einer nahe gelegenen Abwasseranlage liegen, der in den Cajititlan-See gelangt ist. Beweise dafür konnte sie gegenüber lokalen Medien nicht vorlegen, doch der Grund dafür erhärte ihre These - Bediensteten ihres Ressorts wurde vor Ort nämlich der Zutritt in die Anlage verwehrt.

Das Ministerium hat für den See einen Umweltnotfall ausgerufen, Gefahr für Menschen bestehe allerdings nicht. Bei den hunderttausenden toten Fischen handelt es sich um eine Karpfenart, die in mexikanischen Binnengewässern endemisch ist. Der Cajititlan-See ist neun Kilometer lang und bis zu zwei Kilometer breit und befindet sich zwischen der Millionenstadt Guadalajara und dem vielfach größeren Chapala-See rund 200 Kilometer von der Pazifikküste entfernt. (red, derStandard.at, 1.9.2014)

foto: epa/ulises ruiz basurto
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