Kinko: Mini-Rechner soll einfache E-Mail-Verschlüsselung ermöglichen

1. September 2014, 13:22
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Läuft mit Open-Source-Software und kann auch als Mailserver fungieren

Seit Edward Snowden die umfassenden Überwachungsprogramme der NSA und ihrer Partner an die Öffentlichkeit gebracht hat, interessieren sich immer mehr Webnutzer für die Verschlüsselung ihrer persönlichen Daten. Ein nach wie vor alltägliches Online-Kommunikationsmittel sind E-Mails, die sich ebenfalls sicher versenden lassen.

Doch besonders für unerfahrene Nutzer ist die Einrichtung des sicheren Versands oft eine kaum zu nehmende Hürde. Ein in Deutschland entwickelter Minirechner namens Kinko soll hier Abhilfe bieten.

OpenSSL und GnuPG

Die kleine Box soll sich einfach ins eigene Netzwerk einbinden lassen und nach einer kurzen Einrichtung des vom Nutzer bevorzugten E-Mail-Clients vollautomatisch arbeiten. Die auf Debian Linux basierende Software soll als Open-Source bereit gestellt werden, zur Verschlüsselung setzt man auf OpenSSL und GnuPG. Nutzer von kinko.me können nicht nur untereinander verschlüsselte E-Mails verschicken, sondern auch an andere Nutzer, die ebenfalls PGP nutzen (etwa über ein Plugin oder andere Lösungen).

Da Kinko als Mailserver arbeitet, soll es auch möglich sein, online auf die daheim lokal gespeicherten Nachrichten zuzugreifen. Für den sicheren Zugriff über den "Shuttle Service" verrechnet das Unternehmen allerdings eine jährliche Gebühr.

Unterstützer sollen 275.000 Euro beisteuern

Realisiert werden soll das Projekt via Crowdfunding auf der Plattform Indiegogo. Insgesamt 275.000 Euro strebt man als Ziel an. Die Hälfte des Geldes fließt in die Umsetzung und Auslieferung der für die Finanzierung angebotenen Dienste und Geräte. Unterstützer können sich auf diesem Wege nicht nur früheren Zugriff auf die Kinko-Software verschaffen, um sie auf eigenen Geräten laufen zu lassen, aber auch fertige Hardware erwerben.

Zwei Hardware-Varianten

Die Standard-Ausführung von Kinko läuft auf Basis einer Cortex-A8-CPU mit einer Taktung von einem GHz und 512 MB Arbeitsspeicher. Über den integrierten microSD-Slot lassen sich bis zu 64 GB an Daten hinterlegen. Sie kostet 195 Euro enthält ein Einjahres-Abo für den Shuttle Service. Auch eine Pro-Version für knapp 900 Euro ist in Arbeit, die sich an Unternehmen richtet und mit einer Intel Core-3-CPU und vier GB Arbeitsspeicher sowie einer 200-GB-SSD ausgestattet ist.

Bislang nur wenige Zusagen

Je nach eingenommenem Betrag plant Kinko auch die Einführung weiterer Dienste, darunter eines Cloudspeichers als Dropbox-Alternative.

Im Moment sieht es um die Crowdfunding-Kampagne allerdings nicht gut bestellt aus. Nach der Hälfte der Zeit haben Interessenten bislang nur etwas mehr als 11.000 Euro zugesagt. Bis zum 24. September hat man noch Zeit, um den Zielbetrag zu erreichen. (gpi, derStandard.at, 01.09.2014)

kinko.me

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Kinko

  • Der Kinko-Kompaktrechner verschlüsselt Mails und macht sie für den Nutzer auch online zugänglich.
    foto: kinko

    Der Kinko-Kompaktrechner verschlüsselt Mails und macht sie für den Nutzer auch online zugänglich.

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