Ein Fischer und ein Skelett

1. September 2014, 12:54
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Düsteres Abenteuer mit beeindruckenden Illustrationen

Dunkle Wolken, ein Sturm und ein Skelett - nicht gerade der Stoff aus dem Kinderbücher gemacht werden. Chen Jianghongs "Der kleine Fischer Tong" zeigt, wie das doch zusammenpasst - und dass es gar nicht so gruselig zugehen muss, wie erwartet.

Gut, ein bisschen schon natürlich, vor allem weil das Buch schon für Kinder ab dem sechsten Lebensjahr gedacht ist. Erzählt wird die Geschichte des Fischers Tong, der trotz aller früheren Warnungen seines Vaters während eines Gewitters aufs Meer fährt. Der Sturm wird immer heftiger, plötzlich steht ein Skelett vor ihm. Tong wird es nicht mehr los. Der Knochenmann entpuppt sich aber als liebenswerte Erscheinung, er umsorgt kurz sogar Tong, dann ist dieser gefordert. ",Hast du Hunger?', fragte Tong. Das Skelett nickte", heißt es. Das Skelett isst und isst und verwandelt sich dabei immer mehr in einen Menschen zurück: "Die Decke fiel zu Boden und an Stelle des Skeletts stand ein Mann in der Kleidung eines Fischers." Ob dieser sein Vater oder ein Fremder ist, wird im Buch nicht verraten.

Klar ist nur: Diese beiden bleiben zusammen. Jianghongs beeindruckende Illustrationen verdeutlichen den Wandel in der Geschichte. Aus den anfangs düsteren, stürmisch-kraftvollen Bildern werden immer weichere, farbenfrohere. Am Ende ist auch das Meer ein Ort der Ruhe. Ein starkes Buch. (Peter Mayr, DER STANDARD, 30.8.2014)

Chen Jianghong
"Der kleine Fischer Tong"
48 Seiten / € 18,50,-
Moritz-Verlag 2014

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