Drei Tote nach Schüssen in Ämtern in Deutschland und Neuseeland

2. September 2014, 11:50
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Ein Steuerberater streitet im Finanzamt Rendsburg mit einem Beamten und schießt ihn nieder - In Neuseeland feuert ein Mann in einem Arbeitsamt um sich

Kiel/Christchurch - Bei Angriffen in Behörden sind in Schleswig-Holstein und Neuseeland drei Menschen getötet worden. Im Finanzamt in Rendsburg erschoss ein Steuerberater einen Finanzbeamten in dessen Dienstzimmer nach einem Streit. Der 58-Jährige starb am Montag laut Polizei im Krankenhaus. Polizisten überwältigten den mutmaßlichen Täter noch im Amtsgebäude.

Ein ähnliches Verbrechen geschah in Neuseeland: Dort tötete ein Mann mit mehreren Schüssen zwei Mitarbeiter eines Arbeitsamts und verletzte einen dritten schwer, wie Medien am Montag unter Berufung auf die Polizei meldeten.

Der mutmaßliche Täter in Neuseeland konnte nach einer Großfahndung gestellt werden. Der 48-Jährige sei frustriert und wütend gewesen sein, weil er trotz mehrerer Anträge weiter auf der Straße leben musste. Die Bluttat in der Kleinstadt Ashburton auf der Südinsel hatte in dem Land, das als äußerst friedlich gilt, eine große Suchaktion ausgelöst. Etwa 100 Beamte waren beteiligt. Auch ein Hubschrauber und eine Drohne mit Kamera waren im Einsatz, wie die Zeitung "Ashburton Guardian" berichtete.

Brief an Finanzbehörde

Der mutmaßliche Täter von Rendsburg wurde wegen einer Platzwunde kurz im Krankenhaus behandelt und kam dann in Polizeigewahrsam. Die Staatsanwaltschaft Kiel wollte das Obduktionsergebnis abwarten und am Dienstag Haftbefehl beantragen. Man gehe von einem Mord aus, sagte Staatsanwalt Axel Bieler. Der Steuerberater ist laut Polizei 55 Jahre alt und stammt aus einem Nachbarort von Rendsburg. Medienberichten zufolge soll es einen Streit im Dienstzimmer gegeben haben, bevor die tödlichen Schüsse fielen. Über die Tatwaffe, das Motiv oder die Zahl der Schüsse gab es zunächst keine Angaben.

Gegen 10.00 Uhr soll der Steuerberater ins Amt gekommen und das Dienstzimmer seines zuständigen Sachgebietsleiters im Erdgeschoß aufgesucht haben. Der Steuerberater habe sich über etwas beschweren wollen, hieß es von der Polizei. Nach den Schüssen seien Mitarbeiter des Finanzamtes aus ihren Räumen gekommen, um zu sehen, was passiert sei. Der Kundenverkehr wurde Montag und Dienstag abgesagt.

Am Dienstag tauchte ein Brief auf, in dem der 55-jährige die Finanzbehörde mit drastischen Worten attackiert. In dem Schreiben mache er die Behörde für seine finanzielle Misere verantwortlich.

Der Mann besaß als Jäger mehrere Waffen. Ob er die Gewalttat in dem Schreiben angekündigt hat, blieb zunächst offen. Der Brief wurde im Privathaus des mutmaßlichen Täters in Fockbek gefunden. Adressiert ist der Brief an seine von ihm getrennt lebende Ehefrau. (APA, 1./2.9.2014)

  • Mit Helikoptern wurde nach dem Schützen gefahndet.
    foto: ap photo/new zealand herald, martin hunter

    Mit Helikoptern wurde nach dem Schützen gefahndet.

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