Drei Tote bei Unfall in Brunnenschacht

1. September 2014, 10:36
61 Postings

Vater, schwangere Tochter und Schwiegersohn starben vermutlich an CO-Vergiftung - Feuerwehreinsatz unter Atemschutz

Schönbach - Nach dem tragischen Tod dreier Menschen - Vater, Tochter und Schwiegersohn - am Sonntagabend in einem Brunnenschacht im Waldviertel dauerten die Untersuchungen am Montag an. Die Leichen sollten im Laufe des Tages obduziert werden, sagte Polizeisprecherin Manuela Weinkirn. Die Männer (54 und 33 Jahre alt) und die Frau (26) dürften laut Feuerwehr an einer CO-Vergiftung gestorben sein.

Es sei von einem Unfall auszugehen, der sich am Sonntag gegen 19.15 Uhr nahe einem Bauernhof im Ortsteil Fichtenhöfen der Gemeinde Schönbach (Bezirk Zwettl) ereignet hatte, hieß es seitens der Landespolizeidirektion NÖ. Der Brunnenschacht habe einen Durchmesser von einem Meter und sei etwa acht Meter tief. Helfer der Feuerwehr mussten sich unter schwerem Atemschutz abseilen, um die leblosen Opfer unter schwierigen Bedingungen zu bergen. Es sei eine "sehr hohe CO-Konzentration festgestellt" worden, sagte Franz Resperger, Sprecher des Landeskommandos NÖ noch am Sonntagabend.

Frau starb auf dem Weg ins Spital

Für die beiden Männer kam jede Hilfe zu spät. Wiederbelebungsmaßnahmen blieben erfolglos. Die laut den Einsatzkräften schwangere Frau wurde von "Christophorus 2" abtransportiert. Sie war zunächst erfolgreich wiederbelebt worden, starb jedoch auf dem Weg in ein Krankenhaus.

Der Unfallort befindet sich wenige hundert Meter vom Gehöft der Familie entfernt im Wald, sagte Manfred Ehrgott, Einsatzleiter des Roten Kreuzes. In Schönbach kamen am Sonntagabend auch Kriseninterventionsteams zum Einsatz. Sie mussten Familienangehörige ebenso betreuen wie Helfer der Feuerwehr.

Laut Resperger soll der Vater vorgehabt haben, Schwammerl suchen zu gehen. Warum er in den Brunnen stürzte oder stieg, blieb unklar. In der Folge dürfte die Tochter versucht haben, den Mann zu retten. Letztlich stieg auch der Schwiegersohn in den Schacht. Er war es vermutlich, der zuvor noch telefonisch Alarm geschlagen hatte, sagte Resperger. (APA, 1.9.2014)

Share if you care.