Wind verbläst Lobnigs Medaillentraum: "Hatte keine Chance"

31. August 2014, 14:47
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Kärntnerin sorgt mit Platz fünf im Einer trotzdem für beste ÖRV-Platzierung in Amsterdam

Amsterdam - Die Kärntnerin Magdalena Lobnig hat am Sonntag bei den Ruder-Weltmeisterschaften in Amsterdam im Frauen-Einer Platz fünf belegt. Der Sieg ging an die Vorjahres-Zweite Emma Twigg aus Neuseeland, der australischen Titelverteidigerin Kim Crow blieb Rang zwei. Bronze holte die Chinesin Jingli Duan. Lobnigs Rückstand auf Platz drei betrug 9,47 Sekunden.

Böiger Wind hatte den angestrebten Medaillenplatz für die Österreicherin von vorneherein so gut wie verunmöglicht: "Ich war auf Bahn zwei chancenlos“, ärgerte sich die Völkermarkterin, die nach dem schnellsten Start des Feldes sukzessive durchgereicht wurde und letztlich ein einsames Rennen fuhr.

Lobnig hatte das Feld zu Beginn angeführt und war nach 500 m als Dritte nur 31/100 zurückgelegen. Schon zur Hälfte der 2000-Meter-Strecke hatte die 24-Jährige aber als Vierte deutlichen Rückstand auf die Medaillenplätze. In der Folge büßte sie noch eine Position ein. Damit bleibt Gold durch den LG-Vierer 2001 in Luzern der bisher letzte WM-Podestplatz eines ÖRV-Bootes in einer olympischen Klasse. Im Vorjahr hatte Michaela Taupe-Traer im nicht-olympischen LG-Frauen-Einer Gold geholt.

"Kann mit den Besten mithalten"

Trost gab es nach dem Rennen von Trainer Kurt Traer, der das Rennen am Rad begleitete und ebenfalls mit dem Gegenwind zu kämpfen hatte: "Bis auf das Finale ist es super gelaufen, sie war stets im Medaillenbereich und hat bewiesen, dass sie körperlich und technisch mit den Besten der Welt mithalten kann."

Die verpasste Medaille will sich Lobnig nun in zwei Wochen bei der Universitäts-Weltmeisterschaft im französichen Graveline holen. Und dann in zwei Jahren bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro: "Ich habe mich heuer trotz einer suboptimalen Vorbereitung in der Weltspitze etabliert und positioniert. Das stimmt mich für Rio sehr positiv."

Österreichs LG-Vierer mit Alexander Chernikov, Florian Berg, Matthias Taborsky und Joschka Hellmeier wurde im B-Finale Fünfter und damit Gesamt-Elfter.

Enttäuschte Siebers

Die Brüder Bernhard und Paul Sieber haben ihr Ziel nicht erreicht. Der Leichtgewichts-Doppelzweier kam am Samstag im B-Finale weit abgeschlagen nur an die sechste und letzte Stelle, das ergab den zwölften Endrang. Das Finale, also ein Platz unter den besten sechs Booten, hätte es für die beiden Wiener schon werden sollen.

Es herrschte Ratlosigkeit und Enttäuschung: "Wir haben keine Erklärung, warum es im Viertelfinale funktioniert hat und dann nicht mehr. Das war wie Tag und Nacht. Es kann nicht sein, dass wir nach fünf Schlägen fast zwei Bootslängen Rückstand haben. Dafür gibt es keine Erklärung."

Stefanie Borzacchini/Sara Lambing ließen im B-Endlauf zumindest ein Boot hinter sich und kamen somit auf Rang elf. Der schwere Doppelzweier mit Julius Hirtzberger/Camillo Franek gewann das D-Finale vor den USA und Ungarn und wurde 19. Das Frauen-Boot in dieser Kategorie, Birgit Pühringer/Lisa Farthofer, klassierte sich im C-Finale hinter Tschechien und Rumänien als Dritter und damit Gesamt-15.

Zufriedener Präsident

ÖRV-Präsident Horst Nussbaumer zog eine positive Bilanz der Titelkämpfe von Amsterdam: "Der neue Weg trägt erste Früchte. Zwar hat es leider nicht ganz für eine Medaille gereicht, aber wir hatten in den olympischen Bootsklassen vier Boote unter den Top-12.“ Das gelang Österreichs Ruderern zuletzt bei der Weltmeisterschaft 1995 in Tampere. (red, 31.8. 2014)

Ergebnisse Ruder-WM (olympische Bootsklassen) in Amsterdam vom Sonntag:

Frauen - Einer: 1. Emma Twigg (NZL 7:14,95 Minuten - 2. Kim Crow (AUS) 7:17,33 - 3. Duan Jingli (CHN) 7:22,57 - 4. Sanita Puspure (IRL) 7:23,74 - 5. Magdalena Lobnig (AUT) 7:32,04 - 6. Julia Lewina (RUS) 7:36,64

  • Magdalena Lobnig ruderte in Amsterdam erneut mitten in der Weltklasse, eine Medaillenchance hatte die Kärnterin aber letztlich nicht.
    foto: örv/dieter seyb

    Magdalena Lobnig ruderte in Amsterdam erneut mitten in der Weltklasse, eine Medaillenchance hatte die Kärnterin aber letztlich nicht.

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