Lesothos Regierungschef floh vor putschenden Militärs

31. August 2014, 14:40
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Thabane spricht von Todesangst - Armee dementierte Gerüchte - Sportminister verdächtigt

Maseru - Nach einem Putschversuch im Königreich Lesotho ist Ministerpräsident Thomas Thabane ins benachbarte Südafrika geflohen. "Sobald ich sicher bin, nicht getötet zu werden, kehre ich zurück", sagte er am Wochenende dem britischen Sender BBC. Soldaten hatten am Samstag mehrere Regierungs- und Polizeigebäude in der Hauptstadt Maseru umstellt, darunter die Residenz des Premiers.

Es seien auch Schüsse gefallen, meldete der südafrikanische Nachrichtensender eNCA unter Berufung auf Diplomaten. Die Armee soll einen Radiosender besetzt haben. Zuvor hatte die Polizei eine für Montag geplante Demonstration gegen die Regierung verboten. In dem südafrikanischen Land gibt es seit längerem politische Spannungen.

Regierungschef Thabane hatte im Juni Parlamentssitzungen bis auf Weiteres untersagt, um einem Misstrauensantrag aus den Reihen seiner Koalition zu entgehen. Seine Koalitionspartner warfen ihm vor, eigenmächtig zu handeln. Zudem soll es zum Bruch zwischen ihm und Armeechef Tlali Kamoli gekommen sein. Die nächsten regulären Wahlen sind für 2017 geplant.

Versuchter Staatsstreich

Thabane sprach von einem versuchten Staatsstreich. Regierungssprecher Ramakhula Ramakhula hatte jedoch zuvor Putschberichte dementiert. Lesothos Militär bestritt, geputscht zu haben. Es sei lediglich darum gegangen, die Polizei daran zu hindern, bestimmte Parteien mit Waffen auszurüsten, sagte Armee-Sprecher Ntele Ntoi.

In Südafrika löste die Entwicklung in der Enklave Sorgen aus. Das Land bezieht aus Lesotho Wasser und Strom. Die südafrikanische Regierung rief die Offiziere auf, in die Kasernen zurückzukehren und eine diplomatische Lösung zu ermöglichen.

Seit der Unabhängigkeit von Großbritannien 1966 hat es in Lesotho bereits mehrere Militärputsche gegeben. Freie Wahlen fanden erstmals 1993 statt.

Das Königreich ist in etwa so groß wie Nordrhein-Westfalen und gänzlich von der Republik Südafrika umgeben. Es hängt völlig von der Wirtschaft des großen Nachbarn ab. Wegen seiner Gebirgszüge wird es auch "Königreich im Himmel" genannt. Die meisten der rund zwei Millionen Einwohner leben in großer Armut. Staatsoberhaupt ist König Letsie III..(APA/red, derStandard.at, 31.8.2014)

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