Panne bei Galileo-Satelliten: Bug in russischer Software soll schuld sein

30. August 2014, 10:23
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Laut russischen Medien führte der Software-Fehler dazu, dass zwei Satelliten in die falsche Position befördert wurden

Die europäische Raumfahrtbehörde ESA hat zwei "Problemsatelliten“: Doresa und Milena operieren nicht gewünscht, sie kreisen tausende Kilometer von ihrer vorgesehenen Umlaufbahn entfernt um die Erde. Ein kostspieliger und nervtötender Fehler, der das Projekt weiter zurückwirft. Ob er korrigiert werden kann ist unklar, eine Untersuchung wurde eingeleitet. Die Satelliten müssten große Mengen Treibstoff an Bord haben, um sich aus eigener Kraft in die richtige Umlaufbahn zu bewegen - und selbst bei einem Gelingen der Repositionierung wäre ihre Lebensdauer durch den Verbrauch des Treibstoffs eingeschränkt.

Software verursacht "inkorrekte Destination"

Fieberhaft untersuchen Raumfahrtbehörden jetzt, was der Grund für den Defekt sein könnte. Russische Medien wollen nun von einem erheblichen Softwarefehler wissen, der für falsche Daten verantwortlich sein könnte. Die russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti zitierte am Donnerstag einen Bericht der Zeitung "Izwestia“, der sich auf anonyme Quellen in der russischen Raumfahrt beruft. Ein Mitarbeiter der Behörde „Roscosmos“ habe der Zeitung gegenüber gesagt, dass durch einen Bug "inkorrekte Zieldestinationen“ ausgegeben worden seien.

Staatliche Stelle verantwortlich

Zuständig für die Entwicklung der Software war mit dem Pilyugin Center eine staatliche Stelle; die ihre Zentrale in Moskau hat. Offiziell wollte die europäische Raumfahrtbehörde ESA allerdings keinen Kommentar zur Causa bereitstellen. Sie habe die Berichte registriert, so die ESA gegenüber Heise; ein endgültiger Prüfbericht soll am 8. September vorliegen.

Die betroffenen Satelliten Doresa und Milena sind Nummer 5 und 6 im Galileo-Projekt, mit dem Europa mit dem US-amerikanischen Positionierungssystem GPS konkurrieren möchte. Pannen sind bei Galileo keine Neuigkeit, das Projekt startete beispielsweise erst mit jahrelanger Verzögerung, weil sich einzelne Trägerbehörden nicht über die Kostenaufteilung einigen konnten. (fsc, derStandard.at, 30.8.2014)

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    Die Trägerrakete beim Start in Französisch-Guyana

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