UNO-Kritik an beiden Seiten 

29. August 2014, 16:57
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Armee beschießt zivile Ziele, Separatisten terrorisieren Bewohner

Genf - Vor dem Hintergrund des dramatischen Anstiegs der Opferzahlen im Ukrainekonflikt - seit Mitte April starben im Osten des Landes knapp 2.600 Menschen - werfen die UN den Separatisten schwere Menschenrechtsverletzungen vor. In den von ihnen kontrollierten Städten herrsche eine regelrechte Terrorherrschaft, sagte der zuständige UN-Regionaldirektor, Gianni Magazzeni am Freitag in Genf.

Einheiten der Separatisten hätten Bewohner wiederholt an der Flucht gehindert und auf fliehende Zivilisten geschossen. Die UN werfen den Einheiten außerdem Morde, Folter und Verschleppungen vor.

Die UN-Menschenrechtsexperten beschuldigen zudem die ukrainische Armee, bei Offensiven auf von Separatisten besetzte Städte auch zivile Ziele beschossen zu haben. Sie kritisieren außerdem Massenfestnahmen angeblicher Kollaborateure der Separatisten, die nicht immer rechtmäßig verlaufen seien.

Für die steigende Zahl ziviler Opfer machen die UN den zunehmenden Einsatz schwerer Waffen auf beiden Seiten verantwortlich. "Die Separatisten scheinen von einem ständigen Fluss hochentwickelter Waffen und Munition zu profitieren", erklärte Magazzeni. Zur Herkunft der Waffen machte er keine Angaben.

Die UN rufen zu einem sofortigen Ende der Kämpfe auf, um den in Kampfzonen gefangenen Zivilisten die Flucht zu ermöglichen. Städte wie Luhansk (Lugansk) und Donezk glichen zunehmend Geisterstädten, nachdem mehr als die Hälfte der Bevölkerung geflohen sei, so Magazzeni. Viele seien auf der Flucht selbst durch eigens eingerichtete Schutzkorridore ums Leben gekommen. (APA, 29.8.2014)

  • Blindgänger im Zentrum von Donezk, 22. August 2014: ein Mann fotografiert von der ukrainischen Armee auf die Stadt abgefeuerte Munition
    foto: epa/sergei ilnitsky

    Blindgänger im Zentrum von Donezk, 22. August 2014: ein Mann fotografiert von der ukrainischen Armee auf die Stadt abgefeuerte Munition

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