Großer Bedarf an deutschen Büros

28. August 2014, 17:45
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Analysten erwarten einen jährlichen Zuwachs um 80.000 Beschäftigte bis 2020, was jedes Jahr zwei Millionen Quadratmeter nötig macht

In deutschen Büros arbeiten derzeit knapp 30 Millionen Beschäftigte, der Großteil davon im Dienstleistungssektor und im verarbeitenden Gewerbe. Bis 2020 wird die Zahl der Bürobeschäftigten jährlich um mindestens 80.000 steigen, erwartet das Immobilienberatungsunternehmen Wüest & Partner in seiner aktuellen Studie "Perspektive Büroflächenmarkt Deutschland 2014".

Metropolen und Speckgürtel

Die jährliche Nachfrage nach Flächen wird dadurch um zwei Millionen Quadratmeter zulegen, so die Analysten. "Entwickeln sich Konjunktur und Beschäftigung ähnlich dynamisch wie in den vergangenen fünf Jahren ist die Steigerung sogar doppelt so hoch", heißt es in der Studie.

Insbesondere in den deutschen Metropolen und ihren Speckgürteln sowie in den westlichen Bundesländern werde sich die Büroflächennachfrage bis 2020 überdurchschnittlich entwickeln. Langfristig sei jedoch mit einer Verfestigung des Büroflächenleerstands in ländlichen Räumen, C-Städten und peripheren Lagen von A- und B-Städten zu rechnen.

"Home-Office" wieder zurückgegangen

Freiberufler werden künftig die wichtigste Branche am Büroimmobilienmarkt darstellen, schreiben die Experten weiter. Es folgen Teilbereiche des Gesundheits- und Sozialwesens, die Informations- & Kommunikationsbranche, das Verarbeitende Gewerbe, das Finanz- & Versicherungsgewerbe und die Öffentliche Verwaltung.

Interessant ist, dass die Forscher von Wüest & Partner derzeit sogar eher wieder einen Trend "weg vom Home-Office" feststellen. Laut Erhebungen des Statistischen Bundesamtes arbeiteten 1996 rund 8,8 Prozent der unselbstständigen deutschen Arbeitnehmer von zu Hause; dieser Homeoffice-Anteil stieg bis 2008 auf den bisherigen Maximalwert von 9,7 Prozent und fiel seitdem wieder auf 7,7 Prozent.

"Mittelstädte" für Investoren interessant

Für Investoren könnten westdeutsche Städte abseits der "Großen 7" (Berlin, München, Hamburg, Frankfurt/Main, Düsseldorf, Stuttgart, Köln) interessant werden, würden diese doch "ein attraktives Verhältnis aus Risiko und Rendite" bieten. Hier sticht für die Analysten insbesondere Bonn mit geringem Leerstand, hohem Mietwachstum und gutem Gemeinderating hervor. (mapu, derStandard.at, 28.8.2014)

  • Freiberufler werden künftig die wichtigste Branche am Büroimmobilienmarkt darstellen, erwarten die Analysten.
    foto: istockphoto.com / shironosov

    Freiberufler werden künftig die wichtigste Branche am Büroimmobilienmarkt darstellen, erwarten die Analysten.

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