Ambitionierter Teilzeitpensionär

28. August 2014, 17:28
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Otto Hans Ressler, ehemals "im Kinsky", gründet ein neues Auktionshaus in Wien

Wien - Otto Hans Resslers Abschied aus der Auktionsbranche war kein endgültiger. Wie jetzt bekannt wurde, gründete er Ende Juli gemeinsam mit drei Partnern die Ressler Kunst Auktionen GmbH. Dabei hätte er die für den Pensionsantritt erforderlichen Arbeitsjahre längst beisammen: 15 davon im Dorotheum (u. a. Leiter der Kunstabteilung) und prägende 18 Jahre als Mitbegründer und Geschäftsführer des Auktionshauses "im Kinsky", wo der gebürtige Steirer Mitte 2011 die Geschäftsführung zurücklegte.

Als Auktionator und Experte für zeitgenössische Kunst blieb er dem Unternehmen bis März vergangenen Jahres erhalten. Dann wollte er sich nur mehr seiner schriftstellerischen Leidenschaft widmen, begründete der Teilzeitpensionär seinen Abgang damals.

Abseits der Öffentlichkeit blieb der 65-Jährige jedoch nicht untätig. Neben seiner Gutachtertätigkeit, etwa im Falle der Sammlung Karlheinz Essls, wurde er auch mit der Verwertung "einzelner Kunstwerke, Sammlungen oder ganzer Nachlässe" beauftragt. "Ohne die Strukturen eines Auktionshauses", wo auf Knopfdruck eine Liste potenzieller Kunden verfügbar sei, "war das manchmal recht mühsam", gesteht Ressler.

Nun also ein neues und mehr oder weniger eigenes Auktionshaus. Zu seinen Partnern gehören der Immobilienentwickler Valentin Basilides und der Finanzberater Markus Schmut (u. a. Artportal Internetservices). Weiters Peter Coeln, Betreiber des Fotomuseums Westlicht mitsamt international anerkanntem Auktionsbetrieb ("Photographica") und als Inhaber der Galerie Ostlicht zugleich Quartiergeber.

Vorerst sind jährlich zwei Auktionen mit höchstens 150 Kunstwerken geplant, die erste findet im Frühjahr 2015 statt. Die eine oder andere Attraktion sei ihm von Verkaufswilligen bereits zugesagt worden, gewährt Ressler Einblick. Was "sein" Auktionshaus von anderen hierzulande unterscheidet? Nicht vieles, aber etwa der Nachverkauf nicht versteigerter Objekte über eine Online-Auktion. Vor allem aber der Angebotsfokus auf Österreichisches, zeitlich die Klassische Moderne und Zeitgenössisches (nach 1945) umfassend. In letzterem Segment strebt Ressler nicht weniger als die Marktführerschaft an. (kron, DER STANDARD, 29.8.2014)

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