Mit guter Vorbereitung gründen

11. November 2014, 17:00
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Bei akademischen Gründungen liegen Österreich, Schweiz und Deutschland laut einer weltweiten Umfrage im unteren Drittel. Ein Grund liegt auch in der guten Vorbereitung

Eine eigene Firma zu gründen ist nach wie vor der Wunsch vieler Studierender. Je näher das Ende des Studiums kommt, desto schwächer wird der Wunsch bei Studierenden aus Österreich, Deutschland und der Schweiz. Das zeigt die Datenauswertung der Guess (Global Entreprenerial Spirit Students‘ Survey). Untersucht wurde das unternehmerische Engagement Studierender in 34 Ländern und an mehr als 750 Hochschulen weltweit.

Fünf Jahre nach Studienabschluss wollen nur noch knapp über 18 Prozent der österreichischen Akademiker ein Unternehmen gründen, Absolventen aus der Schweiz und Deutschland sind hier noch zurückhaltender. Beim Länder-Ranking liegt Österreich demnach auf Platz 28, direkt gefolgt von der Schweiz und Deutschland. An der Spitze steht Mexiko. Hier wollen mehr als zwei Drittel der Absolventen fünf Jahre nach Studienabschluss noch immer den Schritt in die Selbstständigkeit wagen.

Unternehmertum fördern

Industrieländer schnitten hier grundsätzlich schlechter ab als beispielsweise Schwellenländer - hier würden die derzeit verbesserten Bedingungen am Arbeitsmarkt sicher eine Rolle spielen, so die Studienautoren. „Es ist aber unbedingt anzuraten, Unternehmertum unter Studierenden weiter systematisch zu fördern“, sagt Philipp Sieger, Guess-Projektleiter und Länderverantwortlicher Schweiz am Institut für Klein- und Mittelunternehmen an der Universität St.Gallen.

Der Anteil jener, die fünf Jahre nach Studienende ein Unternehmen gründen wollen, ist im deutschsprachigen Raum im Vergleich zur letzten Guess-Erhebung 2011 stark gesunken. In Deutschland beispielsweise hatte 2011 noch gut ein Drittel der befragten Akademiker diesen Wunsch, in der aktuellen Erhebung sind es nur noch gut 17 Prozent.

Bewusste Entscheidung

Eine Erklärung für diese Entwicklung liege, so die Studienautoren, in der Rolle der „Entrepreneurship Education“, der unternehmerischen Ausbildung an den Hochschulen. Der Ausbau der entsprechenden Angebote an den Universitäten und Fachhochschulen sowie die steigende Qualität derselben führen dazu, dass die Studierenden vertiefte Einblicke in die unternehmerische Laufbahn erhalten würden und sich ein immer realistischeres Bild davon machen können, was es bedeutet, Unternehmer zu sein. Einige Studierende scheinen sich aufgrund dessen bewusst gegen eine solche Karriere zu entscheiden.

Bessere Erfolgsaussichten

Andere Studierende wiederum werden durch diese Angebote in ihrem Gründungsinteresse bestärkt und erhalten das Wissen und die Kompetenzen, um erfolgreiche Unternehmer werden zu können. Dies führe auch dazu, dass immer mehr Unternehmen bereits während der Studienzeit gegründet werden. „Zwar wollen insgesamt weniger Studierende unternehmerisch tätig werden als noch vor ein paar Jahren; diejenigen, die es beabsichtigen, sind jedoch besser vorbereitet, haben sich insgesamt konkretere Gedanken gemacht und das Gründungsvorhaben eventuell bereits zu Studienzeiten umgesetzt“, sagt Heiko Bergmann, Länderverantwortlicher Deutschland.

Unternehmerische Ausbildungen scheinen zu einem Selektionsprozess zu führen, bei welchem die Anzahl der geplanten Gründungen sinke, gleichzeitig seien die Erfolgsaussichten der geplanten oder gegründeten Unternehmen als höher einzuschätzen, so die Studienautoren. (ost)

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