Freie Bahn für Joseph Blatter

28. August 2014, 10:58
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Michel Platini kandidiert nicht um Fifa-Präsidentschaft

Monaco - "Ich kann Herrn Blatter schlagen", sagte Michel Platini. Auf eine Kandidatur für die Wahl zum Präsidenten des Fußball-Weltverbandes Fifa am 29. Mai 2015 verzichtet er dennoch, wie er am Donnerstag in Monaco bekanntgab. Er denkt an einen späteren Anlauf, vielleicht 2019.

Joseph Blatters Wiederwahl ist damit Formsache. Der 78-jährige Schweizer, seit 1998 Fifa-Präsident, strebt seine fünfte Amtszeit an. Platini wäre sein einziger ernsthafter Widersacher gewesen. "Es ist noch nicht an der Zeit, etwas anderes zu tun", sagte Platini. Der 59-Jährige will erneut als Präsident für den europäischen Verband Uefa kandidieren. Platini: "Ich möchte den Fußball in Europa weiterentwickeln."

In Richtung Fifa sagte der Franzose: "Wir dürfen nicht immer Lämmer sein, die nur 'Ja' blöken. Wir müssen mehr Diskussionen einbringen und dürfen Blatter nicht immer nur frei laufen lassen." Einem anderen Kandidaten würde Platini entsprechend offen gegenüberstehen. "Wir brauchen frischen Wind - aber ich selber werden diesen nicht bringen." Platinis Chancen auf einen Wahlsieg wären gering gewesen. Zwar hatten die 54 Uefa-Mitgliedsverbände Blatter die Gefolgschaft entzogen - das reicht jedoch nicht für einen Umsturz. In den anderen fünf Kontinentalverbänden genießt der Amtsinhaber höchstes Ansehen - trotz ständig neuer Korruptionsvorwürfe. "Er weiß, dass ich ihn nicht unterstütze. Das habe ich ihm ins Gesicht gesagt", sagte Platini.

Blatters bisher einziger Herausforderer ist der Franzose Jérôme Champagne (56). Fraglich ist, ob die "europäische Opposition" einen anderen Kandidaten aufstellen wird - möglicherweise den Niederländer Michael van Praag .

Platini war immer wieder ins Spiel gebracht worden, wenn die Fifa neuen Korruptionsvorwürfen ausgesetzt war. Der Bericht zur Schmiergelduntersuchung der unabhängigen Fifa-Ethikkommission zur doppelten WM-Vergabe an Russland (2018) und Katar (2022) wird für September erwartet. Platini wollte ihn nicht mehr abwarten. (sid, red, DER STANDARD, 29.8.2014)

  • Michel Platini stellt sich Joseph Blatter nicht in den Weg.
    foto: ap/ lionel cironneau

    Michel Platini stellt sich Joseph Blatter nicht in den Weg.

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