Buñol: Spanischer Paradeiser-Pallawatsch ist jetzt privat

Ansichtssache28. August 2014, 12:38
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Die Tomatina ist ein öffentliches Fest, das seit 1945 jedes Jahr am Mittwoch der letzten Augustwoche in Buñol in der spanischen Region Valencia stattfindet. Nun wurde die Gemüseschlacht privatisiert

Festlich-organisiert mit Paradeisern geworfen wird in Buñol angeblich schon seit 1945. Jugendliche sollen sich während eines Streits einfach bei einem Gemüsestandler bedient und dann Tomaten aufeinander geschmissen haben. So weit der Gründungsmythos des Tomatina-Fests in der spanischen 10.000-Einwohner-Gemeinde.

Die auch ohne Spanischkenntnisse leicht verständlichen Spiegelregeln - 125 Tonnen Paradeiser werden durch Werfen auf eine johlende Menge püriert - zogen rasch internationale Schlachtenbummler an. Im Jahr 2012 waren es bereits 40.000 Menschen.

Die (verschuldete) Stadtverwaltung sah dadurch die Sicherheit der Teilnehmer gefährdet und verlangte im vergangenen Jahr von Touristen erstmals Eintritt. Wie es scheint, schreckten die Zehn-Euro-Tickets jedoch nur wenige Besucher ab, in einem zweiten Schritt deckelte man daher die Teilnehmerzahl auf 22.000.

Als letzten Schritt wagte man nun die Privatisierung der Tomatina. Der Erlös aus den 17.000 Tickets, die vorwiegend über einen spanischen Reiseveranstalter angeboten werden, soll ab sofort für eine professionellere Organisation verwendet werden. Ausgenommen von sämtlichen Beschränkungen sind jedenfalls die Bürger von Buñol.

foto: apa / epa / gustavo grillo

In wenigen Handgriffen werden in Buñol 125 Tonnen Tomaten püriert. Gleich danach gibt es die ersten Gemüseduschen aus Kübeln.

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foto: ap / alberto saiz

Das Wichtigste bei der Tomatina: der intensive Kontakt der Konsumenten zum landwirtschaftlichen Produkt.

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foto: ap / alberto saiz

Viele Bürger von Buñol warten hinter Plastikplanen, bis sie endlich mit den Aufräumarbeiten beginnen dürfen ...

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foto: ap / alberto saiz

... während vor allem Zugereiste noch das Bad mit biologisch voll abbaubarem Zusatz genießen.

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Nackheit gehört bei der Tomatina seit jeher zum guten Ton. Bei kräftig roter Ganzkörpertönung spielt das ohnehin keine Rolle.

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Nur Zaungast der Tomatina zu sein ist praktisch unmöglich ...

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foto: ap / alberto saiz

... ehe man es sich versieht, ist man mittendrin.

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foto: ap / alberto saiz

Die meisten werfen sich aber eh freiwillig ins Püree ...

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foto: apa / epa / gustavo grillo

... und lassen gerne "Gruppenporträts mit Tomate" von sich schießen.

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Teil der über die Jahre professioneller gewordenen Organisation ist eine improvisierte Waschstraße für die Teilnehmer an der Tomatina. (saum, derStandard.at, 28.8.2014)

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