USA erwägen weitere gezielte Luftangriffe im Irak

28. August 2014, 11:12
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Ziel ist Befreiung der von der IS belagerten Stadt Amerli - UNO warnt vor Massaker durch Jihadisten

Bagdad/Washington - Angesichts der Not der Bevölkerung in der von Jihadisten belagerten irakischen Stadt Amerli denken die USA nach Angaben des Verteidigungsministeriums über gezielte Luftangriffe in der Region nach. Zudem werde eine humanitäre Mission erwogen, sagte am Mittwoch ein Ministeriumsvertreter, der anonym bleiben wollte. Es sei aber noch keine Entscheidung gefallen.

Derzeit versuchen die USA demnach, ein genaueres Bild von der Situation zu erhalten. Sollte es zu einer Hilfsaktion kommen, könne diese ähnlich verlaufen wie kürzlich für die Jesiden im Sinjar-Gebirge. Die zwischen Kirkuk und Bagdad gelegene Kleinstadt Amerli wird seit zwei Monaten von der Jihadistengruppe Islamischer Staat (IS) belagert. In ihr leben rund 12.000 Menschen, überwiegend schiitische Turkmenen, die von den radikalsunnitischen Jihadisten wegen ihres Glaubens als Ketzer betrachtet werden.

Nach UN-Angaben gelang es bisher nicht, die Bewohner in Sicherheit zu bringen oder ausreichend Hilfsgüter in die Stadt zu liefern. Der UN-Sondergesandte für den Irak, Nikolaj Mladenow, warnte kürzlich, dass den Einwohnern im Fall einer Einnahme durch die Jihadisten ein Massaker drohe.

Kurdische Offensive im Nordirak

Nach dem Beginn einer neuen Offensive kurdischer Einheiten im Nordirak haben Kämpfer der IS-Miliz auf einem Ölfeld ein Bohrloch in Brand gesetzt. Das berichtete das kurdische Militär am Donnerstag. Nach Angaben der Nachrichtenseite "Al-Mada" hatten kurdische Einheiten in der Früh neue Angriffe auf die Jihadisten begonnen.

Dabei würden sie von amerikanischen und irakischen Kampfflugzeugen unterstützt. Wie "Al-Mada" weiter berichtete, wollen die kurdischen Peschmerga-Einheiten den Ort Sumar rund 70 Kilometer nordwestlich der Millionenstadt Mossul einnehmen. IS-Extremisten hatten ihn Anfang August unter ihre Kontrolle gebracht. Sumar liegt in der Nähe zweier Ölfelder, die ebenfalls von den Jihadisten gehalten werden. Kurdische Einheiten hatten vor rund zehn Tagen den Mossul-Staudamm östlich von Sumar zurückerobert. (APA, 28.8.2014)

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