Aller schlechten Salzburger Dinge sind sieben

27. August 2014, 23:06
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Österreichs Meister unterliegt in Malmö 0:3 und scheitert erneut am Einzug in die Gruppenphase der Champions League

Malmö – Das hatte sich Red Bull Salzburg ganz anders vorgestellt. Man könnte Sadio Mane die Schuld geben, der Flügelflitzer hatte am Montag das Training ohne Begründung abgebrochen, er wurde deshalb nicht nach Malmö mitgenommen. Mane wird dringend verdächtigt, den Klub verlassen zu wollen. Dafür ist Martin Hinteregger rechtzeitig fit geworden, er wurde von Trainer Adi Hütter links in die Verteidigung gestellt, normalerweise wehrt er zentral ab. Das tat Stefan Ilsanker, der eigentlich im defensiven Mittelfeld abräumt.

Schweden starten entschlossen

Malmö war am Mittwoch im randvollen Swedbank-Stadion von der ersten Sekunde an gewillt, das 1:2 vom Hinspiel aufzuholen. Das Auswärtstor gelang ja erst in der Nachspielzeit. Die Schweden suchten und fanden die Zweikämpfe, der in der heimischen Liga unterbeschäftigte österreichische Fußballmeister zeigte sich irritiert.

Und in der elften Minute geschockt: Stellungsfehler Ilsanker, Markus Rosenberg spielt Magnus Eriksson frei, der lässt sich von Tormann Peter Gulacsi foulen. Den Elfer verwandelt Rosenberg staubtrocken, er fetzt den Ball zum 1:0 unter die Latte. Nichts klappte bei den Salzburgern, Bälle wurden leicht verloren, auf das Spiel über die Flügel wurde vergessen.

Ein Lob ins Herz

19. Minute: Eriksson trifft spektakulär zum 2:0, der Ball fliegt über Gulacsi in den Kasten. Red Bull blieb schwach und hatte Glück. 31. Minute: Naby Keita rutscht mit den gestreckten Beinen gen Emil Forsberg. Der slowenische Schiedsrichter Damir Skomina entschied auf Gnade statt Recht, zückte nur die gelbe Karte.

Hütter stellte nach der Pause um, korrigierte sich selbst. Hinteregger wechselte ins Abwehrzentrum, Ilsanker rückte ins Mittelfeld vor. Keita musste draußen bleiben, wurde durch Peter Ankersen ersetzt. Und es lief weit besser, Malmö wurde nun doch unter Druck gesetzt, grandiose Torchancen wurden aber keine kreiert.

66. Minute: Marcel Sabitzer rein, der schwache Massimo Bruno raus. 78. Minute: Valentino Lazaro rein, der eigentlich recht starke Christoph Leitgeb raus. Malmö blieb wehrhaft und legte nach. 84. Minute: Rosenberg schließt einen wunderbaren Konter elegant zum 3:0 ab.

Schwacher Trost

Malmö schaffte somit den Einzug in die Gruppenphase der Champions League, die bereits am Donnerstag gelost wird. Red Bull Salzburg ist auch im siebenten Versuch gescheitert und muss sich wohl selbst hinterfragen. Große Aufgaben werden traditionell nicht gelöst. Die Gruppenphase der Europa League ist nicht einmal ein schwacher Trost. Am Samstag gegen Sturm Graz sind die Salzburger der Favorit. (red, DER STANDARD, 28.8.2014)

Champions League, Playoff-Rückspiel, Mittwoch

Malmö FF - Red Bull Salzburg 3:0 (2:0)
Swedbank-Stadion, 21.000 Zuschauer (ausverkauft), SR Skomina (SLO)

Torfolge:
1:0 (11.) Rosenberg (Elfmeter)
2:0 (19.) M. Eriksson
3:0 (84.) Rosenberg

Malmö: Olsen - Tinnerholm, E. Johansson, Halsti, Helander, Konate - M. Eriksson (73. Kroon), E. Adu, Forsberg - Thelin (73. Mehmeti), Rosenberg

Salzburg: Gulacsi - Schwegler, Ilsanker, Ramalho, Hinteregger - Bruno (66. Sabitzer), Ch. Leitgeb (78. Lazaro), Keita (46. Ankersen), Kampl - Soriano, Alan

Gelbe Karten: Konate bzw. Keita, Ch. Leitgeb, Kampl

Hinspiel 1:2, Malmö mit Gesamtscore 4:2 in der Gruppenphase der Champions League (Auslosung am Donnerstag, 18 Uhr in Monaco), Salzburg in der Gruppenphase der Europa League (Auslosung am Freitag, 13 Uhr in Monaco)

  • Salzburg und auch Kapitän Jonatan Soriano schauen erneut, zum siebenten Mal, durch die Finger. Die Gruppenphase der Champions League läuft wieder einmal ohne Red Bull.
    foto: apa/fohringer

    Salzburg und auch Kapitän Jonatan Soriano schauen erneut, zum siebenten Mal, durch die Finger. Die Gruppenphase der Champions League läuft wieder einmal ohne Red Bull.

  • Energisches Auftreten (hier: Eriksson gegen den wiedergenesenen Hinteregger) und taktische Disziplin brachten Malmö den Erfolg.
    foto: apa/fohringer

    Energisches Auftreten (hier: Eriksson gegen den wiedergenesenen Hinteregger) und taktische Disziplin brachten Malmö den Erfolg.

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