Bullen hoffen auf das große Geschäft mit der Champions League

27. August 2014, 13:20
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Zweistelliger Millionenbetrag winkt bei Erreichen der Gruppenphase - Außerdem steigert sich der Wert des Kaders - Spielerprämien laut Geschäftsführer Sauer individuell

Malmö - Der erstmalige Einzug in die Champions League wäre auch für den gut situierten österreichischen Fußball-Meister Red Bull Salzburg von finanzieller Bedeutung. 8,6 Millionen Euro schüttet die UEFA allein als Prämie für das Erreichen der Gruppenphase aus. Bei einem Umsatz von mehr als 60 Millionen Euro sind das immer noch zwischen 10 und 15 Prozent. Hinzukommen würde aber auch eine Wertsteigerung der Spieler.

2,1 Millionen Euro haben die Bullen bereits für das Erreichen des Play-offs von der UEFA erhalten. Zur Antrittsprämie kommen in der Gruppenphase auch noch Leistungsprämien (eine Million Euro für jeden Sieg, eine halbe Million für jedes Unentschieden) und Einnahmen aus dem sogenannten Marktpool. Dieser wird je nach Land und Fernsehmarkt unter den teilnehmenden Vereinen aufgeteilt.

12 Millionen Euro Minimum

Im Vorjahr lukrierte die Wiener Austria aus dem variablen Topf noch einmal 2,174 Millionen Euro. In Summe ging keiner der 32 Clubs in der CL-Gruppenphase mit weniger als 12,242 Millionen (RSC Anderlecht) von der UEFA nach Hause. "Dem stehen zwar auch zusätzliche Ausgaben gegenüber. Es ist aber immer noch ein ordentlicher Batzen Geld, der für uns übrig bleibt", erklärte Salzburg-Geschäftsführer Jochen Sauer im Gespräch mit der APA.

Dazu würden nicht nur drei sehr gut besuchte Heimspiele beitragen. "Wir haben auch Sponsoren, bei denen eine außergewöhnliche sportliche Leistung honoriert wird", sagte Sauer, der seit 2012 im Amt ist. Die Zusatzkosten dagegen betreffen etwa das restriktive UEFA-Branding im Stadion oder temporäre Zubauten, um die Medienkapazität zu erhöhen. Dazu kommen Prämienzahlungen, die die Spieler beim Erreichen der Champions League fix in ihren Verträgen verankert haben.

Individuelle Erfolgsprämien

Während bei Play-off-Gegner Malmö FF im Erfolgsfall am Mittwochabend 400.000 Kronen (43.700 Euro) an jeden Spieler ausbezahlt werden, bevorzugt Salzburg individuelle Regelungen. "Bei uns gibt es für die Gruppenphase keinen Pauschalbetrag", verriet Sauer. Die Champions-League-Prämie sei bei den einzelnen Spielern von den jeweiligen Vertragsverhandlungen abhängig.

"Wenn wir einen hochtalentierten Spieler holen wollen, dann locken wir ihn am Ende auch mit der Champions League, damit er zum Beispiel nicht in die deutsche Bundesliga geht", begründete der Geschäftsführer. "Das ist für ihn sportlich interessant, und dazu gibt es auch noch eine Prämie." Die falle bei einem Schlüsselspieler natürlich anders aus als bei einer Nachwuchskraft.

Nur an den direkten Einnahmen will Sauer, einst bei Hertha BSC Berlin und VfL Wolfsburg tätig, die Königsklasse nicht messen. "Wenn du einen jungen Spieler günstig verpflichtest, der sich in der Champions League gut weiterentwickelt, und du ihn dann viel teurer verkaufen kannst, ist das mehr, als in einer Plus-Minus-Rechnung erkennbar ist", erklärte der 42-jährige Deutsche. "Topvereine schauen immer, ob ein Spieler in der Champions League mithalten kann." (APA, 27.8.2014)

  • Wenn Salzburg die letzte Hürde meistert und sich für die Gruppenphase der Champions League qualifizieren kann, dann dürfen sich Adi Hütter und Co. die Hände reiben.
    foto: apa/ fohringer

    Wenn Salzburg die letzte Hürde meistert und sich für die Gruppenphase der Champions League qualifizieren kann, dann dürfen sich Adi Hütter und Co. die Hände reiben.

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