RBS zahlt Millionen-Bußgeld für Beratung

27. August 2014, 12:55
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Bußgeld von rund 18 Mio. Euro ist fällig - Schwerwiegende Mängel bei Verkauf von Hauskrediten

London - Wegen schlechter Kreditberatung für Immobilienkäufer muss die Royal Bank of Scotland (RBS) ein Bußgeld in Millionenhöhe zahlen. RBS und ihre Tochter NatWest müssten knapp 14,5 Mio. Pfund (18,2 Mio. Euro) aufgrund von "schwerwiegenden Mängeln" bei der Beratung zu Immobilienkrediten zahlen, teilte die britische Finanzaufsicht heute, Mittwoch, mit. Nur zwei von 164 Kreditverträgen, die zwischen Juni 2011 und März 2013 abgeschlossen worden seien, hätten allen Anforderungen genügt.

Zum einen hätten RBS und NatWest bei ihren Kreditempfehlungen die finanziellen Möglichkeiten ihrer Kunden nicht in vollem Umfang berücksichtigt. Außerdem hätten sie ihre Kunden nicht über die jeweils günstigsten Laufzeiten informiert, erklärte die Aufsichtsbehörde. Und schließlich habe die Bank erst mit erheblicher Verspätung auf Kritik der Vorgängerbehörde reagiert, die im November 2011 Bedenken gegen Verkaufsbüros und Telefonverkäufe geäußert habe.

30-Prozent-Rabatt

"Einen Hauskredit aufzunehmen, ist eine der wichtigsten Finanzentscheidungen, die man treffen kann. Ein schlechter Rat, und man kann seine Wohnung verlieren", erklärte Tracey McDermott von der Finanzaufsicht. RBS und NatWest hätten sich "nicht vergewissert, dass ihre Kunden den besten Rat bekommen".

Die RBS akzeptierte eine gütliche Einigung und profitierte deshalb von einem 30-prozentigen Rabatt, sonst hätte sie 20,7 Mio. Pfund zahlen müssen. Die RBS gehört immer noch zu 81 Prozent dem britischen Staat, der sie in der Finanzkrise 2008 vor der Pleite gerettet hatte. (APA, 27.8.2014)

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