"Metro"-Entwickler: PS4, XBO liefern doppelte Leistung von vergleichbarem Spiele-PC

27. August 2014, 11:36
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Shishkovstov gibt auch Einblicke in die Konsolen-Unterschiede

Sonys und Microsofts neue Videospielkonsolen PlayStation 4 und Xbox One wurden mit Rücksicht auf ein erschwingliches Preis/Leistungs-Verhältnis konzipiert. Die PS4 ist etwas stärker als die XBO, aber im Vergleich zu moderner PC-Hardware sind sie beide nicht das, was man als "state of the art" bezeichnen würde. Dass Spielentwickler damit sehr hübsch anzusehende und vor allem in Zukunft technologisch sehr fortschrittliche neue Games erschaffen werden, liege an der Natur des Konsolendesigns, wie Oles Shishkovstov, der technische Direktor des ukrainischen Studios A4 Games ("Metro"), in einem aktuellen Interview mit Eurogamer erläutert.

Konsolenvorteile

"Nun, offensichtlich verbauen sie nicht die modernste Hardware, die man heute für wahnsinnig viel Geld für PC kaufen kann", so Shishkovstov. "Aber sie haben eine relativ gut ausbalancierte Hardware, die deutlich stärker ist, als was die meisten (PC-Nutzer) derzeit haben." Der entscheidende Vorteil sei aber, dass man bei Konsolen weniger Leistungsverluste verzeichne, die durch die auf allgemeine Funktionen ausgelegte Hard- und Software eines PCs enstehen. "Man sollte nicht vergessen, dass die Programmierung so nahe an der Hardware normalerweise bedeutet, dass wir einen zweifachen Leistungsgewinn gegenüber äquivalenter PC-Spezifikationen erhalten", sagt der Entwickler.

Dass diese Leistungsvorteile oft erst nach einigen Jahren deutlich zum Vorschein kommen - wie es auch bei PS3- und X360-Games der zweiten und dritten Generation der Fall war - liege daran, dass es Zeit benötige, um sich mit den Eigenheiten der Architekturen vertraut zu machen. So konnte A4 Games auch bei den nun erschienenen Neuauflagen der "Metro"-Games, "Metro Redux", noch nicht alle Ressourcen von PS4 und XBO anzapfen.

Unterschiede PS4, XBO

Zu den Unterschieden zwischen PS4 und XBO sagt Shishkovstov, dass sich die Leistungsdifferenzen nicht einfach an Zahlen am Papier festmachen ließen. "Die PS4 ist ein wenig stärker... Den Pixel-Output zu zählen ist aber nicht die beste Methode, die Differenzen zu messen. Es gibt zahlreiche andere, wichtigere Faktoren abseits der Auflösung, die die Bildqualität beeinflussen. Wir können vielleicht 40 Prozent mehr Pixel pro Bild mit der PS4 ausgeben, aber das Resultat ist nicht zwangsläufig 40 Prozent besser."

Eine Schwierigkeit der XBO sei das Speicherdesign. Während die PS4 mit einem einfheitlichen, schnellen GDDR5-Speicher mit 8 GB arbeitet, nutzt die XBO 8 GB des langsameren DDR3-Speichers und setzt für schnelle Bildberechnungen einen 32 MB kleinen ESRAM ein, der die Bandbreitendifferenzen ausgleichen soll. "Ja es ist wahr, dass die maximale theoretische Bandbreite (des ESRAM) - die in etwa vergleichbar ist mit der PS4 - kaum erreicht werden kann". so Shishkovstov. In der Praxis sei die Bandbreite aber nur in seltenen Fällen der limitierende Faktor. "Tatsächlich bereitet nicht das ESRAM Kopfschmerzen, sondern seine geringe Größe." Entwickler müssen dadurch Wege finden, alle relevanten Bildinformationen in 32 MB große Pakete zu fassen.

Schärfer

Die Differenzen zwischen den Konsolen ließen sich bislang vor allem an unterschiedlichen Auflösungen und Bildraten bei Multiplattform-Games sehen. Viele bislang veröffentlichte Spiele werden auf der PS4 etwa nativ mit 1080p und auf der XBO mit geringeren Auflösungen wie 900p oder 720p ausgegeben. (zw, derStandard.at, 27.8.2014)

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    foto: "metro redux"
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