Deutsche Arbeitsministerin will Anti-Stress-Verordnung

26. August 2014, 14:05
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Zusammenhang zwischen Dauererreichbarkeit und Zunahme psychischer Erkrankungen für Andrea Nahles evident

Berlin - Die deutsche Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) will demnächst Kriterien für eine Anti-Stress-Verordnung festlegen. "Es gibt unbestritten einen Zusammenhang zwischen Dauererreichbarkeit und der Zunahme von psychischen Erkrankungen, das haben mittlerweile auch die Arbeitgeber erkannt", sagte Nahles zur "Rheinischen Post".

Daher sei eine solche Verordnung ihr Ziel, so Nahles. Es sei allerdings eine Herausforderung, diese gesetzlich rechtssicher umzusetzen.

Sie habe die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin deshalb beauftragt, herauszuarbeiten, ob und wie es möglich sei, "Belastungsschwellen" festzulegen. Es seien aber "allgemeingültige Kriterien" nötig, bevor man den Betrieben etwas vorschreiben könne. Erste Ergebnisse der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin soll es ihren Angaben zufolge 2015 geben.

Nahles prescht damit weiter vor: Erst vor knapp zwei Wochen hatte die deutsche Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Linksfraktion erklärt, es werde vorerst keine Anti-Stress-Verordnung geben, da dazu eine fundierte Datengrundlage fehle. Wissenschaftliche Erkenntnisse soll demnach ein auf drei Jahre angelegtes Forschungsprojekt der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin bringen.

In ihrer Antwort an die Linksfraktion rechnete die Regierung für das Jahr 2016 mit Handlungsempfehlungen für eine mögliche Anti-Stress-Verordnung. (APA/red, derStandard.at, 26.8.2014)

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