Inderin trug 36 Jahre lang ektopen Fötus in ihrem Körper 

26. August 2014, 12:43
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60-jähriger Frau nach Operation wohlauf

Neu-Delhi - Indische Ärzte haben einer 60-jährigen Frau die Überreste eines Fötus entfernt, den sie 36 Jahre lang in ihrem Körper getragen hatte. Die Frau sei wegen starker Unterleibsschmerzen ins Krankenhaus gekommen, bei der Untersuchung hätten Ärzte dann die kalzifizierten Überreste des Skeletts entdeckt, sagte Chirurg Murtaza Akhtar von der Uniklinik im zentralindischen Nagpur. Er sprach von einem Rekord.

Nach Angaben des Chirurgen berichtete die in einer armen ländlichen Gegend lebende Patientin, dass sie mit 24 Jahren schwanger gewesen sei, sich der Fötus aber außerhalb ihrer Gebärmutter entwickelt habe. Dabei spricht man von einer ektopen Schwangerschaft oder Extrauteringravidität (EUG). Als die Ärzte ihr damals eine Operation zur Entfernung des Fötus empfahlen, habe sie abgelehnt und stattdessen Schmerzmittel genommen.

Längster bekannter Fall

Erst nach Jahrzehnten seien die Schmerzen im Unterleib zurückgekehrt, woraufhin sie sich an die Klinik in Nagpur gewandt habe. Die Ärzte fürchteten zunächst eine Krebserkrankung, doch bei weiteren Untersuchungen entpuppte sich der vermeintlich Tumor als das Skelett eines ausgereiften Fötus. "Für uns war das ein medizinisches Wunder, davon hatten wir noch nie gehört", sagte Akhtar. Die Fachliteratur nenne als bisher längsten Fall einer Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter den einer Belgierin, die 18 Jahre lang die Überreste eine Fötus im Körper getragen habe.

Die Operation in Nagpur verlief nach Angaben der Ärzte erfolgreich. Die Patientin erhole sich inzwischen von dem Eingriff und dem Schock, sagte ihr Arzt. (APA, 26.8.2014)

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