Ein Hype und kein Ende um "Breaking Bad"

Ansichtssache25. August 2014, 17:15
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New York/Wien - Walter White aka Mister Heisenberg (Bryan Cranston) aus der Serie "Breaking Bad" ist der Fernsehheld des Jahres. Die Serie ist unumstrittener Liebling der Emmys und räumte wie im Vorjahr den Award für die beste Dramaserie ab, Cranston gewannt den Award für den besten Schauspieler einer Drama-Serie.

Am 29. September 2013 lief in den USA die letzte Folge von "Breaking Bad". Ein Ende, in dem Serienerfinder Vince Gilligan keine Fortsetzung erlaubte. Das Publikum war zufrieden und traurig zugleich. Der drogenkochende Chemieprofessor, der den Lungenkrebs mit Hilfe seiner kriminellen Energie in Schach hält, faszinierte über die Maßen.

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Fast ein Jahr ist das her, doch Walter und seine Gefährten leben in der wunderbaren Welt des Web munter weiter. Keine einzige neue Folge ist nötig, um die Begeisterung um "Breaking Bad" aufrecht zu erhalten. Im Gegenteil: der Hype scheint erst nach dem Ende so richtig groß zu werden.

Abgekoppelt vom Seriendrehbuch hat sich so manches verselbständigt. Im Netz vervielfältigen sich die Erzählstränge. Daraus entsteht eine eigene, neue Art des Storytelling: Die Marke Breaking Bad. Eine Auswahl.

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posterology.tumblr.com

62 Poster schuf der ungarische Designer Zsolt Molnár „Zsutty“. Auf posterology.tumblr.com. entwirft „Zsutty“ mittlerweile Poster über Serienkiller Hannibal.

Auf Youtube existieren dutzende Videos von Bewunderern, die ihrer Lieblingsserie ein Denkmal setzen wollen. Diese teils von beachtlicher Qualität, etwa The Journey of Walter White von User Ultrabrawl, der es schafft, die Reise des Serienhelden in nur acht Minuten kompakt nachzuerzählen.

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youtube

Im Comic leben Walter & Co. ebenso weiter. Eine aufwändige Variation der Fernsehserie lieferte etwa der französische Grafikdesigner Martin Woutisseth.

Computerspiele gibt es mit jeder Figur und jeder Folge. Besonders hübsch: Die Spieleparodie mit Lego-Figuren.

Detailreiche Lektüre zum Nachlesen, was, wann, wo in den fünf Staffeln zwischen 2008 und 2013 passiert ist, bietet Breaking Bad. Der inoffizielle Serienguide, herausgegeben von Ensley F. Guffey und K. Dale Koonitz, erschienen bei Schwarzkopf & Schwarzkopf.

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fox

Die Simpsons erlaubten sich eine Parodie, ebenfalls noch als die Serie lief. Die Verwandlung des Homer Simpson ist nahe an der Grundidee des Serienerfinders.

AMC befeuerte die Verbreitung im Netz schon während Lebzeiten durch virale Kampagnen. Walter White sandte Botschaften aus dem Wohnwagen, in dem die tödlichen Drogen hergestellt wurden.

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Auf Twitter halten Darsteller den Mythos aufrecht, etwa Aaron Paul. Dem "Guardian" erzählte Paul unlängst, er vermisse seine Figur Jesse Pinkman.

T-Shirts, Kaffeehäferl oder jener zerfetzte, rosa Teddybär, der in Walter Whites Swimmingpool landete, gehören zu recht herkömmlicher Art von Fangut. Das unansehnliche Stofftier ist übrigens um wohlfeile 23 Euro online erhältlich. Das Original ersteigerte ein Entschlossener um mehr als 15.000 Euro.

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Mit „Better Call Saul“ geht im Februar 2015 ein Prequel der Serie um den korrupten Anwalt Saul Goodman (Bob Odenkirk) ins Rennen. Auf www.bettercallsaul.com gibt er schon jetzt Rechtstipps. Der erste Trailer von AMC wurde hymnisch begrüßt.

Eher unerwünscht ist hingegen ein weiterer Nebeneffekt: Nachahmer, die sich das Drogenlabor aus der Serie zum Vorbild nehmen und selbst versuchen, Crystal Meth zu kochen. (Doris Priesching, DER STANDARD, 26.8.2014)

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