"Spiegel": Chefredakteur Büchner zieht sich aus Tagesgeschäft zurück

25. August 2014, 11:16
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Verzichtet aufs Blattmachen, um die Verzahnung zwischen Print und Online zu bewerkstelligen

Wien - "Spiegel"-Chefredakteur Wolfgang Büchner wird in den nächsten Wochen aufs Blattmachen verzichten. Wie deutsche Medien berichten soll er sich auf seine Aufgabe konzentrieren, die Print- und Onlineredaktion zusammenzuführen. Beim "Spiegel" firmiert das Projekt unter den Namen "Spiegel 3.0".

Am Freitag gaben die Gesellschafter - wie berichtet - ihren Sanktus für das Vorhaben von Büchner, der mit der Rückendeckung von Verlagsgeschäftsführer Ove Saffe die Redaktion umbauen möchte. Teil des Plans war, die Positionen der Ressortleiter neu auszuschreiben, um Print und Online unter einem Dach zu vereinen. Dagegen formierte sich Widerstand innerhalb der Printredaktion, was in einer Petition gipfelte, die von 80 Prozent der Redakteuren unterschrieben wurde. Im Gegenzug brachten auch die Onliner eine Petition ein, um für Büchner Partei zu ergreifen.

Büchner, er war zuvor Chef der Nachrichtenagentur dpa, ist seit seinem Amtsantritt vor einem Jahr umstritten. Den Unmut der Redaktion zog er sich zu, als er "Bild"-Journalist Nikolaus Blome zum Nachrichtenmagazin holte und später den langjährigen Vizechefredakteur Martin Doerry abbestellte. (red, derStandard.at, 25.8.2014)

  • Print gegen Online, Büchner gegen Teile der Redaktion: Beim "Spiegel" geht es derzeit rund.
    foto: apa/dpa/bockwoldt

    Print gegen Online, Büchner gegen Teile der Redaktion: Beim "Spiegel" geht es derzeit rund.

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