Neues Schuljahr bringt Zentralmatura, Gratis-Nachhilfe und Sparbedarf

25. August 2014, 10:56
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Bildungsministerin muss 60 Millionen einsparen - Neue Mittelschule wird evaluiert

Wien - Seit zehn Jahren wurde sie diskutiert, mit dem neuen Schuljahr wird die Zentralmatura nun Realität: Erstmals werden vom 5. bis 13. Mai alle Gymnasiasten am selben Tag idente Klausuren schreiben.

Korrigiert werden sie aber vom jeweiligen Klassenlehrer nach einem standardisierten Raster. Neben der Zentralmatura besteht die neue "standardisierte kompetenzorientierte Reife- und Diplomprüfung" noch aus einer "vorwissenschaftlichen Arbeit" sowie ebenfalls leicht reformierten mündlichen Prüfungen. An den berufsbildenden höheren Schulen (BHS) ist die neue Matura erst ab 2015/16 verpflichtend.

Bei der Generalprobe zur Zentralmatura im vergangenen Schuljahr gab es mehrere Pannen (fehlende Aufgabenhefte in einigen Klassen, im Nachhinein abgeänderter Notenschlüssel), die zu einem Köpferollen an der Spitze des zuständigen Bundesinstituts für Bildungsforschung (Bifie) geführt haben. Heinisch-Hosek hat als Reaktion für 2015 eine Reform des Instituts angekündigt.

Gratis-Nachhilfe in Wien

In Wien, wo 2015 gewählt wird, soll es mit dem neuen Schuljahr Gratis-Förderkurse an den öffentlichen Volksschulen geben. Es soll je nach Klassenzahl Förderstunden geben, Standorte mit vielen sozial schwachen Schülern, Kindern mit Lernschwierigkeiten oder Sprachproblemen bekommen zusätzliche Kontingente. An Neuen Mittelschulen (NMS) und AHS-Unterstufen sollen ab dem Sommersemester 2015 ebenfalls Gruppenkurse angeboten werden. Insgesamt will die Stadt Wien 20 Mio. Euro pro Jahr in die "Förderung 2.0" investieren.

Weniger Mittel wird es unterdessen auf Bundesebene für den Bildungsbereich geben: Ministerin Heinisch-Hosek muss den Vorgaben des Finanzministeriums zufolge 60 Millionen im Jahr 2015 einsparen. Bis zum Ende dieses Jahres muss sie Pläne vorlegen, wie das gelingen soll. Die Ministerin hatte ihre ursprünglichen Sparpläne nach Protesten zurückziehen müssen. Dazu kommen 30 Millionen Euro, die sie eigentlich jährlich einnehmen wollte, indem die Länder mehr für jene Landeslehrer bezahlen sollten, die sie über den mit dem Bund vereinbarten Stellenplan einstellen. Die bereits erlassene Verordnung wurde zwar nach Protesten der Länder zurückgezogen, Heinisch-Hosek hat allerdings angekündigt, für 2015 weiterhin deren Umsetzung anzustreben.

Neue Mittelschule wird evaluiert

Mit der Neuen Mittelschule (NMS) erhält noch ein weiteres umstrittenes Thema neue Aktualität: Anfang 2015 soll die Evaluierung vorliegen, die von einem Universitäten-Konsortium unter der Leitung des emeritierten Erziehungswissenschafters Ferdinand Eder (Uni Salzburg) durchgeführt wird. Eigentlich soll die NMS bis 2015/16 die Hauptschule ablösen, mit dem neuen Schuljahr sind bereits 96 Prozent der Standorte umgestellt. (APA, derStandard.at, 25.8.2014)

  • Ab dem kommenden Schuljahr werden Österreichs Maturanten einheitliche Reifeprüfungen absolvieren.
    foto: dpa/frank rumpenhorst

    Ab dem kommenden Schuljahr werden Österreichs Maturanten einheitliche Reifeprüfungen absolvieren.

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