Die Erfolgsformel des Warren Buffett

26. August 2014, 05:30
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Die Aktienmärkte haben Warren Buffett gerade wieder geadelt. Über seinen Investmentansatz und wie Anleger davon profitieren können

New York / Wien - Geldmagier, Meister, Legende, Orakel. Die Marke des Warren Buffett erlebt in Finanzmedien einen ungebrochenen Boom. Während viele selbst ernannte Gurus vom Auf und Ab der Finanzmärkte abgeworfen werden, ist der Milliardär eine Konstante.

Im Börsensprech würde man von einer Warren-Hausse sprechen. Er ist ein Star in der Anlage- und Aktienberichterstattung. Der jüngste Anlass für die medialen Lorbeeren: Die Aktien von Berkshire Hathaway, der Mischkonzern, den Buffett im Jahr 1965 mehrheitlich übernommen hat, sind nun über 200.000 Dollar pro Anteilsschein der Klasse A wert. Bereits vor Jahren hat Buffett auch sogenannte B-Aktien aufgelegt, um Privatanlegern den Kauf von Berkshire zu ermöglichen.

Um knapp 15 Dollar je Aktie hat Buffett das Unternehmen vor knapp fünfzig Jahren übernommen. Es braucht kein Genie, um zu erkennen, dass der 84-Jährige mit seiner Strategie sich und seine Aktionäre reich gemacht hat. 21 Prozent Rendite pro Jahr hat Buffett für seine Anleger erwirtschaftet. In den vergangenen 24 Jahren ist der Wert der Berkshire-Aktie auf das 24-Fache angestiegen.

Buffett ist laut US-Magazin "Forbes" mit einem Vermögen von gut 65 Milliarden Dollar der drittreichste Mensch der Erde. Doch wie kam es zu dem Erfolg? Es liegt nicht daran, dass er ein besonderes Steckenpferd hat und - beispielsweise - einen Riecher für hochkomplexe Tech-Unternehmen hätte. Zu seinem Imperium gehören mehr als 80 Unternehmen - dazu zählen etwa eine Autoversicherung, eine Eisenbahn und ein Eis-Hersteller - sowie Firmenanteile im Wert von 119 Milliarden Dollar, etwa an Coca-Cola.

Buffetts Vermögen ist nicht eng an eine Branche, sondern an eine Philosophie geknüpft. Er gilt als einer der erfolgreichsten Value-Investoren. Der als "Orakel von Omaha" bekannte Investor hat bereits eine treue Anhängerschaft für seine Art und Weise, Geld zu investieren gefunden. Die Hauptversammlung von dem Unternehmen Berkshire Hathaway gilt gar als "Woodstock für Kapitalisten".

Value als Religion

Die Idee von Value-Investing: Auch wenn die Aktienkurse oft kräftig schwanken können, beziehen sie sich immer auf fundamentale, objektive Finanzdaten. Die Unternehmen machen Gewinne und Umsätze, ihr Marktwert an den Börsen sollte nicht weit von diesen Werten abweichen. Steigt der Aktienkurs, ohne dass die Gewinne steigen, werden Investoren wie Buffett zu Warnern.

Wie bei dem ersten Investment in Berkshire versucht Buffett stets Unternehmen zu kaufen, die ein solides, absehbares Geschäftsmodell haben, allerdings aufgrund von Turbulenzen oder falschen Einschätzungen an den Finanzmärkten "aus der Mode" sind. Solche Aktien werden an den Märkten dann zu einem Preis gehandelt, der als billig bezeichnet wird. Der Marktwert ist dabei oft niedriger als der Buchwert, die Unternehmen werden also zu einem großen Abschlag gehandelt.

Theoretisch könnte bei soliden Vermögenswerten ein Value-Investor das Unternehmen aufkaufen und zerschlagen und trotzdem noch einen Gewinn machen. Wenn das Unternehmen aber weiter besteht und wieder Gewinne macht, können die Erträge für den Aktionär noch viel höher sein.

Produkte verfügbar

Investmentunternehmen machen sich den bekannten Namen von erfolgreichen Investoren längst zu Nutze. Privatinvestoren können sich die Papiere, auf die Börsengurus wie Buffett oder Hedgefondsinvestoren wie George Soros oder Carl Icahn setzen, direkt über Produkte ins Depot holen. Der Indexfonds "Direxion iBillionaire Index ETF" fasst die Lieblingsaktien der reichsten Investoren zusammen. Die Info dazu liefern die Investoren selbst. Denn jeder Investor, der mehr als 100 Millionen Dollar in US-Aktien verwaltet, muss an die Börsenaufsicht SEC quartalsweise die Aktienbestände melden. Anhand dieser Berichte werden die Aktienbestände der Börsenstars nachgebildet.

Buffett selbst hat bereits vor Jahren eine weitere Aktienklasse von Berkshire Hathaway aufgelegt. Die B-Aktien sind bereits um ein Vielfaches günstiger und handeln um knapp 140 Dollar. Anleger bekommen so Zugang zu seinem Anlagestil ohne hohe Gebühren für Fonds zu zahlen, so das Kalkül. (sulu, DER STANDARD, 22.8.2014)

  • Warren Buffett zeigt, wie es an der Börse gehen kann: Er setzt auf bekannte Unternehmen, die unterbewertet sind, und wartet ab. Seine Strategie hat ihn zu einem der reichsten Menschen der Welt gemacht
    foto: reuters/rick wilking

    Warren Buffett zeigt, wie es an der Börse gehen kann: Er setzt auf bekannte Unternehmen, die unterbewertet sind, und wartet ab. Seine Strategie hat ihn zu einem der reichsten Menschen der Welt gemacht

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