Burger King plant Steuerflucht aus den USA

25. August 2014, 18:11
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Unternehmen plant, kanadische Donut-Kette Tim Hortons zu schlucken und Unternehmenssitz zu verlegen

New York / Wien - Die Fast-Food-Kette Burger King kauft sich ein Supersize-Menü. Der US-Konzern mit weltweit 13.000 Filialen will sich mit der kanadischen Kaffee- und Donut-Kette Tim Hortons zusammenschließen und zur drittgrößten Schnellrestaurantkette weltweit aufsteigen. Gut 18 Milliarden Dollar wäre ein gemeinsamer Konzern wert, 22 Milliarden Dollar setzen die beiden Konzerne zusammen um. Das Management von Burger King und Horton hat bereits entsprechende Medienberichte über Fusionsgespräche in einer gemeinsamen Aussendung bestätigt. Bereits kommende Woche könnte die Fusion bekannt gegeben werden.

Die US-Burgerkette könnte die Übernahme gleich für einen Steuertrick nutzen. Denn im Zuge der Fusion von Donut und Burger soll der Sitz von Miami nach Kanada verlegt werden. Diese Steuerdeals sind als "tax inversion" bekannt. Sie erlauben es US-Unternehmen, im Zuge einer Fusion oder Übernahme den Firmensitz zu verlegen und so ihre Steuerlast zu senken. In vielen Fällen bekommen die US-Unternehmen beim Abzug auch Zugang zu Milliarden an Auslandsgewinnen, die sie nur dann in die USA verschieben könnten, wenn sie darauf auch Steuern zahlen.

Rasche Verbesserung der Gewinnsituation

Finanzinvestoren drängen als Eigentümer auf solche Deals, weil sie relativ rasch die Gewinnsituation verbessern. 2013 zahlte Burger King knapp 90 Millionen Dollar Abgaben auf seine Gewinne. Der Unternehmenssteuersatz in den USA ist mit 35 Prozent der höchste der Industrienationen, inklusive lokaler Taxen beträgt die Belastung 39 Prozent. In Kanada aber liegt der Satz bei 15 Prozent. Fügt man die Abgaben dazu, die von den kanadischen Provinzen eingehoben werden, kommt man auf eine Quote von knapp 25 Prozent, so hoch wie die österreichische Körperschaftssteuer. Im Falle von Burger King macht ein Unterschied von 14 Prozentpunkten weniger Steuern auf Basis der Kennzahlen seit 2009 eine Steuerersparnis von 185 Millionen Dollar über fünf Jahre aus.

Die Börsianer freuen sich über die mögliche Steuerersparnis. Am Montag haben die Aktien vonBurgerking knapp 15 Prozent an Wert zugelegt. Doch der Burger-Deal schmeckt nicht jedem. In Washington zeichnen sich Kritik und womöglich auch Gesetze gegen Übernahmen zur Steuervermeidung ab. US-Präsident Barack Obama sah sich nach einer Flut von Deals veranlasst, an den "wirtschaftlichen Patriotismus" zu appellieren. Anfang August kündigte er Maßnahmen gegen die Steuervermeidung an.

Im US-Finanzministerium arbeitet Minister Jack Lew an einem Entwurf, um künftig die steuerbedingte Sitzverlegung im Zuge einer Übernahme zu verhindern. Bereits im kommenden Monat soll sich der Kongress mit dem Thema befassen. US-Abgeordnete verhandeln auch seit Jahren eine Reform der Unternehmensbesteuerung. (sulu)

  • Burger King will seinen Unternehmenssitz von Florida nach Kanada verlegen, um Steuern zu sparen.
    foto: ap photo/lm otero, file

    Burger King will seinen Unternehmenssitz von Florida nach Kanada verlegen, um Steuern zu sparen.

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