Japan stellt nichtgenehmigte Arznei gegen Ebola in Aussicht

25. August 2014, 09:45
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Britischer Patient wird in London behandelt - Erste Ebola-Fälle im Kongo bestätigt

Tokio/Kinshasa/Freetown/Conakry - Japans Regierung hat angeboten, ein noch nicht genehmigtes Medikament gegen die Ebola-Seuche zur Verfügung zu stellen. Dies sei unter bestimmten Bedingungen möglich, auch wenn die Weltgesundheitsorganisation WHO noch keine entsprechende Anfrage gestellt habe, sagte ein Regierungssprecher in Tokio am Montag.

Japan sei bereit zur Zusammenarbeit mit der WHO und wolle einen internationalen Beitrag leisten. Im Notfall könnten Ärzte das unter der Bezeichnung T-705 geführte Medikament anfordern, selbst wenn die WHO noch keine Entscheidung gefällt habe, sagte der Sprecher.

Bei T-705 handelt es sich um das Grippemittel Favipiravir. Der japanische Konzern Fujifilm Holdings und sein US-Partner MediVector verhandeln mit der US-Medikamentenaufsicht darüber, die Arznei auch zur Anwendung gegen Ebola zuzulassen.

Britischer Patient in London eingetroffen

Der erste britische Ebola-Patient wird seit Montagfrüh in einem Spital in London behandelt. Der 29-jährige Gesundheitshelfer hatte sich bei einem Einsatz in dem westafrikanischen Land Sierra Leone infiziert. Er wurde in der Nacht auf Montag mit einer speziell für Seuchenfälle ausgestatteten Maschine der britischen Luftwaffe nach London gebracht, wie der Sender BBC berichtete.

Der Krankentransport zum Royal Free Hospital im Londoner Viertel Hampstead wurde von einer Polizeieskorte begleitet. Der stellvertretende Chef des medizinischen Dienstes für England, John Watson, sagte, das Risiko einer Verbreitung von Ebola in Großbritannien sei sehr niedrig. Zuvor hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf bekanntgegeben, dass sich einer ihrer Helfer in Westafrika mit dem lebensgefährlichen Virus infiziert hat.

Erste Fälle im Kongo bestätigt

Nach WHO-Angaben sind seit März in Westafrika mindestens 1427 Menschen an Ebola gestorben. Am stärksten betroffen sind Sierra Leone, Liberia und Guinea. Auch in der Demokratischen Republik Kongo wurden Ebola-Fälle bestätigt.

Im Kongo waren Mitte August innerhalb von zehn Tagen in der nordwestlichen Provinz Equateur 13 Menschen gestorben. Die Patienten litten nach Angaben der Behörden an hohem Fieber, Durchfall und Erbrechen. Deshalb war sofort Ebola-Verdacht aufgetreten. Dieser hat sich nun den Angaben von Gesundheitsminister Kabange Numbi zufolge bestätigt. In der Provinz Equateur war 1976 erstmals das Ebola-Virus entdeckt worden. (APA, 25.8.2014)

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