"Deutsche Situation unterscheidet sich dramatisch"

25. August 2014, 05:45
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Es gebe in Österreich weder Kettenpraktika noch einen problematischen Zustand in diesem Bereich, sagt Martin Gleitsmann

STANDARD: Welches Feedback im Bereich freiwillige Praktika kommt zu Ihnen?

Gleitsmann: Laut unseren Umfragen mit Ifes sind 90 Prozent der Studierenden und 88 Prozent der Schüler (mit Pflichtpraktika) zufrieden. Es funktioniert. Aktuelle Untersuchungen des AMS zeigen auch, dass möglichst früh im Betrieb dabei zu sein ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Integration in den Arbeitsmarkt ist.

STANDARD: Wenn der Ausbildungszweck bei Praktika nicht im Zentrum steht, ist aber zumindest ein Graubereich entstanden ...

Gleitsmann: Das ist ein Thema des Sozialversicherungssystems: Das bietet nur voll nach Kollektivvertrag oder eben nichts, wenn es um Ausbildung geht. Oft zahlen Betriebe doch etwas bis zur Geringfügigkeitsgrenze. Aber diese Situation ist insgesamt nicht problematisch. Es gibt diese Kettenpraktika nach Abschluss nicht, da unterscheidet sich die deutsche Situation von unserer dramatisch. Eine weitere Verrechtlichung wäre kein guter Rat und nicht zielführend. In den Kollektivverträgen haben wir das weitgehend gut gestaltet - eine weitere Erhöhung würde nicht zu mehr Beschäftigung führen, schon gar nicht im niedrig qualifizierten Bereich.

STANDARD: Was könnte mehr Licht in den Bereich Praktika bringen?

Gleitsmann: Wir sollten transparente Qualitätsstandards erstellen, wo Inhalte, Betreuung und Dauer festgelegt sind. (kbau, DER STANDARD; 25.8.2014)

Martin Gleitsmann ist Leiter Sozialpolitik und Gesundheit in der WKO.

  • Martin Gleitsmann
    foto: standard/hendrich

    Martin Gleitsmann

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