Roland Klick: Porträt eines Filmwahnsinnigen

Ansichtssache22. August 2014, 17:23
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Wien – Jüngst war im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung zu lesen, dass das Starprinzip im Film nicht länger gelte. Vorbei seien die Zeiten, in denen sich die ganz Großen wie Greta Garbo, Marilyn Monroe, Paul Newman und Marlon Brando noch als Götter der Leinwand in alle Zeiten brandeten. Die Jungen wüssten nichts mehr von ihnen, würden zum Teil nicht einmal mehr ihre Namen kennen. Aus einer Zeit, in der das noch ganz anders war, stammt Roland Klick.

foto: 3sat

"Film ist eine Liebeserklärung an die Dinge, die man abbildet“, sagt der Regisseur im Porträt von Simone Prechtel mit dem Titel "The Heart Is A Hungry Hunter", zu sehen am Samstag um 22.05 Uhr auf 3sat. Klick (65) sagt ständig solche Sätze: "Jeder Film ist ein großes Abenteuer. Man hat mit Menschen zu tun, mit den Künsten, die man in sich spürt.“

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Spätestens dann ist klar: Hier spricht ein Filmbesessener, der sein Leben dem Zelluloid geweiht hat. Klick gehört zu den wichtigsten Vertretern des neuen deutschen Films. Wie er eigene Erfahrungen in seine Werke einfließen ließ, war dabei von Anfang an sein Treibstoff: Mit "Ludwig" schuf Klick 1964 das Genrebild eines jungen Mannes und der Einsamkeit eines Dorfes. Den Ludwig spielte Klicks Entdeckung Otto Sander (Bild). Der beschrieb ihn als "Filmwahnsinnigen“.

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Prechtel mischt Interviewsequenzen, beobachtet Klick bei der Arbeit mit Studenten und präsentiert Ausschnitte aus den Filmen: "Bübchen", "Supermarkt" mit Eva Mattes (Bild) und dem 1970 in Israel gedrehten Western Deadlock: „Ein unmögliches Abenteuer“, sagt Klick. Und obendrein ein finanzielles Debakel.

Innere Widerstände

Widerstände kamen vor allem aus dem eigenen Land. "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" sollte ursprünglich Klick machen. Er holte zwanzig "echte“ Drogenjunkies, schnell war er den Auftrag los. Danach kam "White Star" mit Dennis Hopper als Musikmanager, der sein Idol wie ein Wahnsinniger pusht. Klick: "So habe ich auch viele meiner Filme gemacht.“ (Doris Priesching, DER STANDARD, 23./24.8.2014)

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