Neue Rücksenderegeln kaum genutzt

22. August 2014, 15:49
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Verband: Kunden nehmen geänderte Vorschriften kaum wahr

Die seit Mitte Juni geltenden neuen EU-Regeln zum Verbraucherrecht haben aus Sicht des deutschen Versandhandels bisher wenig Wirkung gezeigt. Das Verhalten der Kunden bei Retouren habe sich kaum verändert, auch gebe es "nur vereinzelt" Fragen zu den neuen Regeln, erklärte der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (bevh) am Freitag in Berlin.

Zwang zur neuen Richtlinie

Zugleich hätten nur wenige Unternehmen ihre geschäftliches Vorgehen verändert. Die EU-Richtlinie hatte insbesondere bei Retouren entscheidende Änderungen gebracht. Früher waren Rücksendungen von im Internet oder im klassischen Versandhandel bestellten Waren für den Kunden kostenlos, jetzt können die Händler die Kosten auf sie übertragen. Außerdem reicht es für einen Widerruf des Kaufvertrags nicht mehr aus, die Produkte einfach zurückzuschicken - der Kunde muss den Widerruf schriftlich mitteilten.

Kommentarloses Zurückschicken

Laut dem bevh schicken die Kunden jedoch meist weiterhin die Ware kommentarlos zurück. Die Händler akzeptierten dies aus Kulanz. Auch die Rücksendekosten würden in der Regel weiterhin von den Firmen übernommen. Nur selten fragten Kunden wegen der Rücksendekosten oder der Widerrufserklärung bei den Unternehmen nach, berichtete der Verband.

Teure Umstellung

Zugleich seien allerdings diese Umstellungen auf die neuen Regeln für die Händler "kostspielig" gewesen, erklärte der bevh. Sie hätten "zwischen einem fünfstelligen und einem niedrigen sechsstelligen Betrag" ausgegeben, unter anderem für den Neudruck von Formularen, Änderungen der Bestellseiten bei Onlineshops und Schulung von Mitarbeitern. (APA, derStandard.at, 21.8.2014)

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BeVh

  • Internethändler mussten sich neuen, "kostspieligen" Regeln beugen
    foto: apa/dpa

    Internethändler mussten sich neuen, "kostspieligen" Regeln beugen

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