Ferguson: Gouverneur zieht Nationalgarde ab

21. August 2014, 21:20
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Geschworenenjury nahm Beratungen über Verfahren gegen Todesschützen auf

Ferguson - Die Proteste nach den tödlichen Schüssen auf Michael Brown kühlen allmählich ab. Bei den abendlichen Märschen in Ferguson sind fast mehr Reporter unterwegs als Demonstranten. Die Nationalgarde wird abgezogen. Die Polizei hofft, dass die Ruhe von Dauer ist.

Nach der Beruhigung der Proteste hat der Gouverneur des Bundesstaats Missouri die Nationalgarde aus der Kleinstadt abgezogen. Die Lage habe sich "stark verbessert", teilte Jay Nixon am Donnerstag mit. Die Nationalgarde habe ihren begrenzten Auftrag, das Einsatzzentrum der Polizei vor gezielten Angriffen zu schützen, erfolgreich erfüllt.

Nixon hatte die Soldaten am Montag nach mehreren Nächten gewaltsamer Zusammenstöße zwischen Polizisten und Demonstranten als Unterstützung angefordert. Auslöser der Unruhen waren die tödlichen Schüsse eines weißen Polizisten auf den 18-jährigen unbewaffneten Afroamerikaner Michael Brown am 9. August.

"Heute war eine gute Nacht in Ferguson", fasste der Polizeioffizier Ron Johnson die etwas ruhigere Lage am Donnerstag zusammen. Zwischen 50 und 100 Menschen hatten am Mittwochabend auf der West Florissant Avenue demonstriert, die seit dem Tod Browns zur Protestmeile geworden war. Ein Beamter wurde von einer geworfenen Flasche getroffen, aber nicht verletzt. Es flogen keine Molotowcocktails, und es fielen keine Schüsse. Die Polizei setzte weder Tränengas noch Blendgranaten ein, stand aber schwer bewaffnet und mit gepanzerten Wagen bereit. Johnson zufolge gab es in der Nacht auf Donnerstag sechs Festnahmen. 24 Stunden zuvor waren es noch 47 gewesen.

Unterdessen nahm eine zwölfköpfige Geschworenenjury die Beratungen darüber auf, ob ein Verfahren gegen den Todesschützen eröffnet wird. Die Entscheidung könnte sich Wochen hinziehen. Nachbarn in Ferguson äußerten die Befürchtung, dass es zu erneuten Krawallen kommt, falls keine Anklage erhoben werden sollte.

Ein Polizist, der am Dienstag mit einem Sturmgewehr auf Demonstranten gezielt hatte, wurde unterdessen vom Dienst suspendiert. "Ich werde Dich verdammt nochmal umbringen", hatte er einem Protestierenden zugerufen. Kameras filmten den Vorfall. Das Verhalten des Mannes zeige "mangelnden Respekt vor der Uniform", schimpfte Johnson. (APA, 21.8.2014)

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