Die Bescheidenheit wird zur Tradition

21. August 2014, 20:10
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Rapid verliert das Playoff-Hinspiel in Helsinki gegen HJK mit 1:2 - Trainer Barisic: "Bei weitem nicht alles so negativ"

Helsinki – Wider die Ankündigung war das Sonera Stadium in Helsinki nicht ausverkauft, 6153 Zuschauer sind am Donnerstagabend zum Hinspiel des Playoffs zur Europa League gekommen. 600 waren eindeutig Rapid zuzuordnen.

Wie versprochen wurde auf Kunstrasen gekickt. Ex-Rapidler Markus Heikkinen arbeitete in der Innenverteidigung von HJK. Der 35-Jährige hatte sich auf das Wiedersehen sehr gefreut, er sagte vor der Partie, Rapid sei weit größer und reicher.

Trainer Zoran Barisic hatte im Vergleich zum 0:1 gegen Altach drei Änderungen vorgenommen, Stefan Schwab, Brian Behrendt und Robert Beric rückten in die Startelf. Das Niveau des Spiels war praktisch von der ersten Sekunde an eher bescheiden, die Gäste hatten ein bisserl mehr Ballbesitz, die Durchschlagskraft wurde allerdings fast schon traditionell vermisst.

Die Finnen, zuletzt fünfmal Landesmeister, wurden in der 36. Minute tatsächlich gefährlich. Goalie Jan Novota und Thomas Schrammel hinderten Robin Lod in letzter Sekunde am Torerfolg. 45. Minute: Schwab vergibt eine Art Chance.

58. Minute: Rapid ist tatsächlich größer. Louis Schaub macht mit dem Außenrist das 1:0, der Treffer fällt in die Kategorie "super". Die finnische Abwehr leistete Begleitschutz.

63. Minute: Die Antwort von HJK war ein wunderbarer Weitschuss von Lod zum 1:1. Rapid ist halt doch nicht so groß.

73. Minute: Mika Väyrynen zieht ab, der Ball wird abgefälscht, HJK führt und gewinnt 2:1. Rapid ist auf einmal ganz klein. Am 28. August findet das Rückspiel im Happel-Stadion statt. Die Wahrscheinlichkeit, in die Gruppenphase der Europa League aufzusteigen, liegt zwischen groß und klein. Ein 1:0 würde reichen. (red, DER STANDARD, 22.8.2014)

Europa-League-Playoff, Hinspiel, Donnerstag

HJK Helsinki - SK Rapid Wien 2:1 (0:0)
Sonera Stadium, 6.153 Zuschauer, SR Özkahya (TUR)

Torfolge:
0:1 (58.) Schaub
1:1 (63.) Lod
2:1 (74.) Väyrynen

HJK: Doblas - Sorsa (75. Baah), Moren, Heikkinen, Lampi - Perovuo, Lod - Alho (71. Zeneli), Väyrynen (92. Heikkilä), Savage - Kandji

Rapid: Novota - Pavelic, Sonnleitner, Dibon (64. M. Hofmann), Schrammel - Behrendt, Wydra - S. Hofmann (78. Starkl), Schwab (91. F. Kainz), Schaub - Beric

Gelbe Karten: Heikkinen bzw. Dibon, Schaub

Rückspiel am 28. August (20.30 Uhr) im Ernst-Happel-Stadion

Stimmen zum Spiel:

Zoran Barisic (Rapid-Trainer): "Ich sehe bei weitem nicht alles so negativ. Es war das erwartet schwere Spiel. Wir haben den Gegner kontrolliert und dann auch verdient das 1:0 gemacht. Nach dem Ausgleich sind wir ein bisschen nervös geworden. Da waren wir zu hastig in unseren Aktionen. Das Ergebnis ist für uns nicht so schlecht. Wir sind nicht davon ausgegangen, dass wir schon im Hinspiel alles perfekt machen. Mit der Leistung bin ich nicht unzufrieden."

Louis Schaub (Rapid-Torschütze): "Die Niederlage ist schwer zu erklären. Wir haben probiert, das Spiel zu machen. Das ist uns ganz gut gelungen. Wir hatten mehr Ballbesitz und sind in Führung gegangen. Das 1:1 war ein super Schuss, das 1:2 war unglücklich. Ich denke, mit dem Auswärtstor haben wir aber ganz gute Chancen. Es war nicht so einfach, der Gegner hat sich hinten reingestellt und auf Konter gespielt. Das haben sie ganz gut gemacht. Die Niederlage ist natürlich bitter."

Steffen Hofmann (Rapid-Kapitän): "Wir haben das Spiel dominiert. Wir haben es im Griff gehabt, sind dann auch in Führung gegangen. Das war ein hartes Stück Arbeit. Dann haben wir durch einen Sonntagsschuss den Ausgleich kassiert. Beim 1:2 ist der Ball zweimal abgefälscht worden, ansonsten war nicht viel. Wir müssen derzeit viel arbeiten, damit wir zu Chancen kommen. Es ist natürlich bitter und schade, aber ich bin guter Dinge, dass wir den Aufstieg schaffen."

Markus Heikkinen (HJK-Spieler): "Rapid hat viel besser gespielt als wir. Wir haben Probleme gehabt mit unserem Passspiel. Wir müssen mit dem Ergebnis zufrieden sein. Rapid ist sehr stark zu Hause. Wenn wir einen sehr guten Tag haben und Rapid einen nicht so guten, dann haben wir vielleicht eine Chance. Es war sehr schön, wie mich die Rapid-Fans empfangen haben."

  • Rapids Robert Beric am Ende eines nicht sonderlich erfreulichen Arbeitstages im finnischen Helsinki.
    foto: apa/schlager

    Rapids Robert Beric am Ende eines nicht sonderlich erfreulichen Arbeitstages im finnischen Helsinki.

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