"Da verirrt sich sogar ein Vogel"

21. August 2014, 19:00
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Kritik an in Schwimmhalle umfunktioniertes Velodrom in Berlin - Kampfgericht bringt Blaha durcheinander

Berlin - Rückenschwimmen ist gesund, heißt es. Dieser gut gemeinte Ratschlag lässt sich freilich schwer umsetzen. In Hallenbädern schwimmt man selten allein. Professionelle Rückenschwimmer haben zwar auch keine Augen im Hinterkopf, schaffen es aber, geradeaus zu schwimmen - den Linien an den Decken sei Dank.

Ausgerechnet bei der EM in Berlin aber fehlen Deckenmarkierungen. Jördis Steinegger, österreichische Rückenschwimmerin, hatte, wie andere Teilnehmer auch, Orientierungsprobleme. Im Velodrom gibt es zwar eine schicke, metallene Deckenkonstruktion, aber keine geraden Linien. Steinegger: "Da verirrt sich sogar ein Vogel." Im 200-m-Halbfinale schwamm sie in die Leine und klar an ihrer Bestzeit vorbei, wurde 14.

Extra für die EM wurde im Velodrom ein mobiles Becken eingebaut. Das hatte durchaus für Kritik gesorgt. Denn nebenan steht die Schwimmhalle im Europastadtpark, wo die Synchronschwimm- und Wassersprung-Bewerbe ausgetragen wurden und werden. Laut Veranstalter fasst die bestehende Halle zu wenig Zuschauer. Zudem wäre es mit dem Zeitplan eng geworden. Mit dem temporären Becken liege Berlin im Zeitgeist, sagt Ex-Schwimmer und Organisationsmitglied Steffen Zesner auf RBB online. Auch bei Olympia 2012 und bei der WM 2013 wurde ein mobiles Becken verwendet. Jenes im Velodrom wird sich 2015, anlässlich der WM, im russischen Kasan wiederfinden. Vielleicht denkt man dort an die Deckenmarkierungen.

Andere Probleme hatte der Wiener Wasserspringer Constantin Blaha vom 3-m-Brett. Ein fälschlicherweise nicht gewerteter Sprung, den er später wiederholen musste, brachte ihn aus dem Konzept. Als 17. verpasste er das Finale der besten zwölf. (red, DER STANDARD, 22.8.2014)

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