Lisa Zaiser überrascht mit Bronze

21. August 2014, 18:29
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Kärntnerin schwimmt in souveräner Manier zu Platz drei über 200 m Lagen bei EM in Berlin - Erste OSV-Medaille seit 2012

Berlin - Lisa Zaiser hat am Donnerstag bei der Schwimm-Europameisterschaft in Berlin die Bronzemedaille über 200 m Lagen gewonnen, das ist überraschend bis sensationell.

Die 19-jährige Kärntnerin, die in Linz trainiert, blieb im ersten Finale auf diesem Niveau in 2:12,17 Minuten nur 9/100 Sekunden über ihrem österreichischen Rekord. Es ist die erste Medaille für den OSV in der allgemeinen Klasse, seit Markus Rogan 2012 in Debrecen Bronze über ebendiese Distanz gewann. Nach dem Jahr 2000 hatten ausschließlich Rogan sowie Mirna und Dinko Jukic in Einzeldisziplinen Edelmetall für Österreich geholt – 20-mal.

Europameisterin wurde die Ungarin Katinka Hosszu in 2:08,11 Minuten, Zweite die Britin Aimee Wilmott in 2:11,44.

Erwartung übertroffen

Nach der fünftbesten Zeit im Halbfinale hatte Zaiser ihre Finalerwartungen wie folgt beschrieben: "Wenn ich die Platzierung halte, kann ich mehr als zufrieden sein."

Vor zwei Jahren belegte sie über 200 m Lagen Platz zehn. 2012 war sie Österreichs jüngste Teilnehmerin bei den Olympischen Spielen in London.

Nach ihrem Coup meinte Zaiser: "Ich bin mehr als sprachlos. Jetzt mag ich aber nie mehr hören, dass nach Jukic und Rogan nichts mehr nachkommt. Irre: erstes Finale und erste Medaille."

Auf Bahn zwei positioniert und damit nicht gerade inmitten der Musik hatte die Athletin des SV Spittal bis zum Anschlag kein Gefühl für den Ausgang des Rennens. "Ich habe dann auf die Anzeigentafel geschaut und meinen Namen bei Platz fünf oder sechs gesucht." Zaiser war nach der Delfin- und der Rückenlage auf Platz fünf gelegen, 56/100 fehlten ihr zur Hälfte der Distanz auf Bronze.

"Ich habe Lisa gesagt, dass sie auf der letzten Länge kämpfen, beißen und zwicken muss", sagte Zaisers Coach Marco Wolf. Sein Schützling hat sich daran gehalten.

"Da ist noch so viel drinnen"

Ein Schwimmkurs in der Volksschule war die Initialzündung für Zaisers Karriere. "Ich wurde gleich weiter in einen Verein geschickt. Aber als ich da zweimal die Woche trainieren musste, war mir das zu viel, und ich wollte aufhören."

Doch dazu kam es nicht. Nach Erledigung der Matura nahm sie sich vor, sich ein Jahr voll auf den Sport zu konzentrieren. "Außerdem wusste ich, dass ich ein 50-m-Becken zum Trainieren brauche." Es hieß Abschied nehmen aus Spittal.

In Linz arbeitet Zaiser nun gemeinsam mit der routinierten Jördis Steinegger. Wolf: "Sie ergänzen sich perfekt." Und wenn der Trainer an die Zukunft denkt, wird ihm nicht bange: "Lisa hat noch so viel Potenzial, da ist noch so viel drinnen." (red/APA, 21.8.2014)

Langbahn-EM, 200 m Lagen, Donnerstag

1. Katinka Hosszu (HUN) 2:08,11 Minuten
2. Aimee Willmott (GBR) 2:11,44
3. Lisa Zaiser (AUT) 2:12,17
4. Evelyn Verraszto (HUN) 2:12,95
5. Barbora Zavadova (CZE) 2:13,24
6. Stina Gardell (SWE) 2:13,25
7. Wendy van der Zanden (NED) 2:13,76
8. Mireia Belmonte Garcia (ESP) 2:18,46

  • Lisa Zaiser und ihre Berliner Ausbeute.
    foto: reuters/dalder

    Lisa Zaiser und ihre Berliner Ausbeute.

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