Erstmals Spuren eines Sterns der ersten Generation entdeckt

21. August 2014, 20:01
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Forscher identifizierten einen Stern, der offenbar die chemische Signatur eines der frühen Sterne des Universums trägt

Tokio – Nur wenige hundert Millionen Jahre nach dem Urknall entstanden die ersten Sterne des bis dahin strukturlosen Universums – sogenannte Population-III-Sterne. Theoretische Modelle besagen, dass es sich dabei um metalllose, ausgesprochen massereiche und kurzlebige Sterne handelte, die als Paarinstabilitätssupernovae explodierten.

Bei dieser extrem energiereichen Variante einer Supernova kollabiert ein Stern nicht zu einem kompakten Objekt, sondern wird vollständig zerrissen. Indirekte Hinweise, etwa das scheinbare Fehlen überlebender Population-III-Sterne mit geringerer Masse in der Milchstraße, stützen diese Annahme. Sie könnten allerdings auch andere Ursachen haben.

Über 140 Sonnenmassen

Direkte Nachweise für diese Theorie gab es bisher also nicht. Nun berichten Forscher um Wako Aoki vom japanischen National Astronomical Observatory im Fachblatt "Science" von einer aufseheneregenden stellar-archäologischen Entdeckung: Sie fanden mithilfe des Sloan Digital Sky Survey (SDSS) in den USA und des japanischen Subaru-Teleskops auf Hawaii einen Stern, an dessen äußerer chemischer Struktur offenbar das spektakuläre Ende eines Population-III-Sternes ablesbar ist.

SDSS J0018-0939, ein metallarmer Stern der zweiten Generation (Population-II), dürfte aus angereichertem Material einer solchen Paarinstabilitätssupernova entstanden sein; das Häufigkeitsmuster chemischer Elemente lässt diesen Schluss zu. Das würde wiederum die Annahmen über die hohe Masse der ersten Sterne bestätigen: Der Vorfahr von SDSS J0018-0939 habe wohl mehr als 140 Sonnenmassen besessen, berichten die Forscher. (dare, derStandard.at, 21.8.2014)

  • (Manche) Population-III-Sterne verfügten offenbar tatsächlich über mehr als hundert Sonnenmassen.
    foto: naoj

    (Manche) Population-III-Sterne verfügten offenbar tatsächlich über mehr als hundert Sonnenmassen.

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