Private kritisieren ORF-Pläne für Regionalsender

21. August 2014, 13:30
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Österreichs Privatsender sehen in den Hauptsendern genug Platz, "um Österreich in seiner Vielfalt darzustellen", und wenden sich gegen weitere "Expansionspläne" des ORF

Wien - Wenig Freude mit den Überlegungen des ORF hinsichtlich eines bundesweiten Regionalfernsehkanals hat der Verband Österreichischer Privatsender (VÖP). Diesen halte man für "weder denkbar noch notwendig", wie der VÖP am Donnerstag in einer Aussendung mitteilte. ORF eins und ORF 2 würden genug Platz bieten, "um Österreich in seiner Vielfalt darzustellen", so VÖP-Vorsitzender Klaus Schweighofer.

Mit den beiden Hauptsendern sieht der VÖP ausreichend Raum für regionale Inhalte gegeben. "Da braucht es keinen weiteren Spartenkanal. Dieses Ansinnen kann wohl nur so verstanden werden, dass man die beiden Hauptsender um regionalen Content 'erleichtern' will, um sie künftig noch stärker zu kommerzialisieren", erklärte Schweighofer. Ein Spartenkanal für Regionales würde zudem eine "existenzielle Bedrohung der lokalen und regionalen TV-Sender" darstellen.

W24 würde Regionalsender begrüßen

Anderer Meinung ist hingegen W-24 Geschäftsführer Marcin Kotlowski. "Wir sehen in der Etablierung eines österreichischen Regionenkanals beim ORF keine Gefährdung unseres Segments, sondern vielmehr eine mögliche Stärkung. Wenn der ORF mit Lokal-Sendern im Bereich der Contentproduktion und Vielfalt zusammenarbeitet, ergeben sich viele neue und intelligente Formen einer Kooperation die das Segment lokaler Bewegbildberichterstattung auch entscheidend stärken könnte", so Kotlowski in einem Statement.

VÖP gegen kommerzielle Angebote

Kritik äußerte der VÖP auch an weiteren "Expansionsplänen" des ORF, die etwa den Einstieg beim Online-Videoportal Flimmit, Vorhaben im Social-Media-Bereich oder die Einführung einer ORF-Radiothek betreffen. Diese seien "in erster Linie kommerziell orientiert und haben kaum mehr Bezug zum öffentlich-rechtlichen Auftrag", unterstrich VÖP-Geschäftsführerin Corinna Drumm. Schweighofer verwies auf "Denkverbote", die sich für den ORF "zwangsläufig aus seiner bevorrechtigten Marktposition" ergeben würden. (APA, red, 21.8.2014)

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