Amnesty wirft Mali Verstöße gegen Kinderrechte vor

21. August 2014, 10:09
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Kindersoldaten werden offenbar zusammen mit Erwachsenen eingesperrt

Bamako/Berlin - Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International wirft den Behörden im westafrikanischen Mali beim Umgang mit Kindersoldaten Verstöße gegen die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen vor. Minderjährige, die im Verdacht stünden, bewaffneten Gruppierungen anzugehören oder illegal Waffen zu besitzen, würden in Mali in dieselben Gefängnisse gesperrt wie Erwachsene, so Amnesty am Donnerstag.

Dort seien sie dann weiteren Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt. In einem Bericht dokumentiert Amnesty unter anderem Fälle von 16-Jährigen, die in den vergangenen zwei Jahren als Kindersoldaten rekrutiert worden seien und denen nun vorgeworfen werde, bewaffneten Gruppen anzugehören. Sie würden in dieselben Gefängnisse gesperrt wie Erwachsene, ohne Kontakt zu ihrer Familie oder zu Anwälten. Mali verstoße damit gegen seine internationalen Menschenrechtsverpflichtungen.

Dutzende Minderjährige rekrutiert

Seit Beginn des Konflikts in Mali im Jahr 2012 seien dutzende Minderjährige von regierungsnahen Milizen und bewaffneten Oppositionsgruppen rekrutiert worden, berichtete Amnesty. Die Organisation forderte die malische Regierung auf, "alle Minderjährigen, die im Gefängnis sitzen, an Behörden oder internationale Organisationen zu übergeben, die den speziellen Schutz gewähren, der ihnen nach internationalem Recht zusteht".

Mali war durch einen Militärputsch im März 2012 ins Chaos gestürzt. Islamisten und Tuareg-Rebellen nutzten das entstandene Machtvakuum, um den Norden des Landes unter ihre Kontrolle zu bringen. Die Islamisten setzten sich durch und herrschten mit harter Hand, bis sie im Jänner 2013 durch eine französische Militärintervention aus den wichtigsten Städten vertrieben wurden. Es gibt jedoch immer wieder Anschläge. (APA, 21.8.2014)

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