ATX geht etwas schwächer ins Wochenende

22. August 2014, 18:07
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Nichts Neues bei Rede von Fed-Chefin Yellen - Raiffeisen und Lenzing schwächeln nach Halbjahreszahlen

Wien - Die Wiener Börse hat am Freitag etwas schwächer geschlossen. Der ATX fiel um 4,26 Punkte oder 0,18 Prozent auf 2.298,58 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund 16 Punkte über der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.283 Punkten.

Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York -0,17 Prozent, DAX/Frankfurt -0,66 Prozent, FTSE/London -0,03 Prozent und CAC-40/Paris -0,93 Prozent.

Zum Wochenausklang richtete sich der Blick der Anleger an einem impulsarmen Handelstag nach Jackson Hole, wo Fed-Chefin Janet Yellen im Rahmen eines Notenbanker-Treffens eine Rede hielt. Diese enthielt jedoch, wie von den meisten Beobachtern erwartet, keine wesentlichen Neuigkeiten zur Zinswende in den USA. Yellen verwies stattdessen auf die immer noch unbefriedigende Lage am Arbeitsmarkt. "Der Geldpolitische Ausschuss der US-Notenbank sieht eine bedeutsame Unterauslastung des Arbeitsmarktes." Gleichzeitig betonte Yellen jedoch, dass der Arbeitsmarkt große Fortschritte gemacht habe.

An der Wiener Börse wurden weiter die Zahlenvorlagen vom Vortag verarbeitet. Insbesondere die Raiffeisen Bank International (RBI) stand dabei im Fokus: Nachdem deren Anteilsscheine am Vortag gestützt von einem überraschend hohen Halbjahresgewinn noch über elf Prozent zugelegt hatten, verloren sie am Berichtstag 3,59 Prozent auf 20,01 Euro und rutschten damit ans untere Indexende des prime market. Die Anteilsscheine des Branchenkollegen Erste Group legten hingegen 1,22 Prozent zu.

Somit konnte die RBI-Aktie nicht von durchaus positiven Analystenstimmen profitieren: So haben die Analysten der Deutschen Bank infolge der Halbjahreszahlen ihre RBI-Gewinnschätzungen für 2015 und 2016 um drei Prozent erhöht und ihr Votum "Hold" sowie ihr Kursziel von 24 Euro bestätigt. Auch die Berenberg-Bank-Experten erneuerten ihre Bewertung "Hold" und ihr Preisziel von 26 Euro, sie bleiben aber wegen der Belastungen in Russland und Ungarn vorsichtig. Bestätigt haben auch die Analysten der Credit Suisse ihre Einstufung "Neutral" und ihr Kursziel von 26,90 Euro für die RBI, zudem wurden die Gewinnschätzungen für die Jahre 2014 bis 2016 wurden um drei bis fünf Prozent angehoben.

Ebenso schwach nach deren vortägiger Zahlenveröffentlichung zeigten sich Lenzing, die sich um 0,55 Prozent auf 45,99 Euro ermäßigten. Der oberösterreichische Faserhersteller hatte einen um zwei Drittel gesunkenen Halbjahresgewinn mitgeteilt, vor allem fallende Preise hatten das Ergebnis belastet. Nun soll das im Vorjahr beschlossene Sparpaket verschärft werden, hieß es.

Weitere Analystenstimmen kamen von den Analysten der Raiffeisen Centrobank (RCB): Für den Flughafen Wien bestätigten sie ihre Empfehlung "buy" und ihr Kursziel von 77,50 Euro, die Aktie fiel um 0,90 Prozent auf 66,40 Euro. Für die Papiere der RHI senkten die RCB-Analysten ihr Kursziel von 26 auf 25 Euro und bestätigten die Empfehlung "hold", RHI verbilligten sich um 1,88 Prozent auf 22,47 Euro. (APA, 22.8.2014)

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