RBI-Gewinn bis Juni um ein Viertel höher

21. August 2014, 10:43
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Noch im Vorjahr war der Gewinn in den erstes sechs Monaten um 60 Prozent eingebrochen

Wien - Die börsenotierte Raiffeisen Bank International (RBI) hat für das erste Halbjahr 2014 einen Nettogewinn von 344 Mio. Euro gemeldet. Das war ein Zuwachs um 24,4 Prozent zum Vorjahr. Voriges Jahr war der Gewinn in den ersten sechs Monaten um 60 Prozent eingebrochen. Die Analystenerwartungen wurden damit übertroffen.

Bankchef Karl Sevelda sprach von einem "soliden" Halbjahresergebnis, das in einem schwierigen Umfeld gelungen sei. Der Gewinn je Aktie sank im Jahresvergleich um 3,2 Prozent auf 88 Cent, weil nach der massiven Kapitalerhöhung heuer deutlich mehr Aktien im Umlauf sind.

RBI spart gegen Ukrainekrise an

Russland ist im ersten halben Jahr 2014 bei der börsenotierten Raiffeisen Bank International (RBI) weiterhin der stärkste Ergebnislieferant geblieben. Die Russland-Tochter wies einen Halbjahresgewinn von 212 Mio. Euro aus und im zweiten Quartal einen Nettogewinn von 103 Mio. Euro. In Ungarn gab es höhere Verluste. Hier bescheren neue Kreditgesetze hohe Einmalkosten.

Zum Vergleich: Der Konzerngewinn der RBI insgesamt belief sich per Ende Juni auf 344 Mio. Euro.

Aus Russland kamen für die RBI damit weiter dreistellige Millionengewinne für Raiffeisen, sie waren im Halbjahresvergleich aber um 17,7 Prozent geringer, zwischen dem ersten und dem zweiten Quartal 2014 belief sich der Rückgang auf 5,2 Prozent. Die neuen Kreditrisikodotierungen für Russland waren mit 70 Mio. Euro (Vorjahr 7 Mio. Euro) markant höher, was im Halbjahresbericht auf mehr Kreditgeschäft mit Retailkunden, die Währungsentwicklung und einzelne Fälle im Firmenkundengeschäft zurückgeführt wird.

Russland-Engagement nicht in Frage

Die RBI sieht sich in Russland trotz der Unsicherheiten rund um die Ukraine/Russland-Krise und trotz der Sanktionen gegen Russland im Plan, wie der Vorstand am Donnerstag berichtete. "Ich sehe unser Engagement in Russland in keiner Weise in Frage gestellt", sagte RBI-Chef Karl Sevelda. Die russische Tochterbank sei "keine Schönwetterbank".

Raiffeisen habe in Russland schon in der Vergangenheit einen langen Atem bewiesen, sagte Sevelda. Er sprach dabei die Rubelkrise 1998 an. Für diesen langen Atem sei man auch belohnt worden, indem man in Russland besonders gut verdient habe. Raiffeisen sieht in Russland jedenfalls weiterhin einen attraktiven Markt.

Nach vielen Jahren ohne Risikokosten in Russland sei man dort jetzt in einem "Normalzustand" angekommen. Die Auswirkungen der Sanktionen auf das Geschäft der RBI in Russland seien derzeit sehr gering. Sevelda warnte neuerlich vor einem Sanktionswettlauf.

Ukraine-Tochter mit Minus

Die ukrainische Tochterbank Aval war unterdessen im ersten Quartal in die roten Zahlen gekommen. Im Vergleich zu den ersten drei Monaten (Verlust: 24 Mio. Euro) ist der Abgang im zweiten Quartal auf 10 Mio. Euro zurückgegangen. Die Filialen auf der Krim mussten alle geschlossen werden. Für das erste Halbjahr gab es für die Aval Bank einen Verlust von 34 Mio. Euro, nach einem Gewinn von 49 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2013. In den ersten sechs Monaten waren Nettodotierungen für faule Kredite von 184 Mio. Euro erforderlich, das war dreimal so viel wie voriges Jahr.

Unter dem Strich stand ein Plus von 183 Mio. Euro nach 120 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum, wie das Institut mitteilte. Grund für den starken Zuwachs waren unter anderem geringere Verwaltungskosten durch das laufende Sparprogramm. Die RBI ist mit Töchtern sowohl in der Ukraine als auch in Russland vertreten. In der Ukraine verbuchte das Institut im zweiten Quartal Verluste, in Russland ging der Gewinn im ersten Halbjahr deutlich zurück.

Vorsichtiger Ausblick

Für das laufende Jahr geht die Bank weiterhin von Risikovorsorgen zwischen 1,3 und 1,4 Milliarden Euro und einer stagnierenden Kreditnachfrage aus.

Für Kreditrisiken muss heuer deutlich mehr zur Seite gelegt werden. Die Nettodotierungen stiegen bis Juni um 21 Prozent auf 568 Mio. Euro - vor allem durch höhere Vorsorgen und Wertberichtigungen in der Ukraine.

Im Juni hat die RBI die in der Finanzkrise gewährten österreichischen Staatshilfen (1,75 Mrd. Euro) zurückgezahlt. (APA, 21.8.2014)

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    grafik: apa
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