Team-Stronach-Landesrat über Parteizukunft besorgt

21. August 2014, 07:27
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Landesrat Hans Mayr zuversichtlich in Bezug auf Wiederwahl in Salzburg

Salzburg - Der Salzburger Team-Stronach-Landesrat Hans Mayr ist über die Zukunft seiner Partei auf Bundesebene besorgt: "Ob es gelingen wird, sich aus dieser sehr geringen Oppositionsrolle so aufzustellen, dass man nach der nächsten Wahl wieder im Nationalrat vertreten ist, bleibt abzuwarten", sagte er im APA-Interview. Für eine Wiederwahl in Salzburg zeigte er sich hingegen zuversichtlich.

Für die Bundespartei sei vor allem entscheidend, wann die nächste Nationalratswahl stattfinden wird: "Je weiter sie entfernt ist, umso größer ist die Chance." Die Frage sei, ob Klubchefin Kathrin Nachbaur mit ihrem Team "die Kraft aufbringt, immer wieder zu platzieren, was unsere Werte sind, die ohne Zweifel da sind".

Team Stronach in Landesregierung "sehr anerkannt"

In Salzburg will Mayr mit seiner Gruppierung bei der Landtagswahl 2018 auf jeden Fall wieder antreten. "Ob unter diesem Namen, kann ich nicht sagen, da muss man in den nächsten ein, zwei Jahren schauen, was mit dieser Partei passiert." Der Landesrat glaubt auch an eine Wiederwahl in Salzburg. Sein Team und er seien in Landesregierung und Landtag auf Augenhöhe "sehr anerkannt" worden.

Als Verkehrsreferent kündigte Mayr ein neues Landesmobilitätskonzept "Salzburg mobil 2025" an, für das er jetzt den Startschuss erteilt habe. Der Landesrat sprach in diesem Zusammenhang von einer "Riesenherausforderung", weil es im Bundesland eine Vielzahl an Widersprüchen und Initiativgruppen gebe. "Die glauben, dass das, was sie predigen, die einzige Wahrheit ist. Die Gruppen sind sehr gegensätzlich unterwegs. Und das alles unter Dach und Fach zu bringen, wird eine riesengroße Herausforderung werden, vor der ich jetzt noch größten Respekt habe." Ende 2015 soll das neue Landesmobilitätskonzept stehen.

Die fehlende Geschlossenheit ist für Mayr auch der Grund, weshalb eine Lösung der Verkehrsprobleme insbesondere im Ballungsraum bisher ausgeblieben ist. Hier schwebt ihm als Ausweg ein Euregio-Projekt nach dem Vorbild Karlsruhe vor. "Durch die Stadt ist es eine Straßenbahn, und außerhalb wird es eine S-Bahn. Das ist aber sehr kostenintensiv." Daher könnte auch eine Lösung mit dem Obus entwickelt werden. "Aber dann muss ich freie Fahrt für den Obus schaffen, mit Busspuren oder einem intelligenten Ampelsystem." Das Konzept für das Euregio-Projekt wird laut Mayr Anfang 2015 vorliegen. Sollte sich die Regierung zu diesem Schritt bekennen, seien sicher noch drei bis fünf Jahre für die Planung nötig.

Beschränkung von Individualverkehr in Salzburg

Eine Beschränkung des Individualverkehrs ist für den Landesrat in der Stadt Salzburg auf jeden Fall notwendig. "Aber es muss zuerst das Angebot geschaffen werden. Es wäre der falsche Weg, jetzt die Autofahrer auszusperren, ohne dass man ein Angebot im öffentlichen Verkehr hat." Der Landesrat kann sich dabei auch eine Citymaut durchaus vorstellen. "Aber einfacher wäre es mit eingeschränkten oder teuren Parkmöglichkeiten."

"Ein flächendeckendes öffentliches Verkehrsangebot für alle 119 Gemeinden zu schaffen, das die Menschen auch nutzen, das wird uns fordern - in den Ideen und in der Finanzierung. Karlsruhe hatte vor 20 Jahren genauso kein Geld, wie wir heute keines haben, und hat es geschafft. Das Wesentliche wird, dass alle an einem Strang ziehen. Wenn alle Bürgerinitiativen in eine Richtung mit uns gehen, dann gelingt es", sagte der Landesrat. Die vielen unterschiedlichen Interessen sowie die "schwache Zusammenarbeit zwischen Stadt und Land" sind für Mayr auch der Grund, warum in der Vergangenheit wenig weitergegangen ist. Er habe mit Verkehrsstadtrat Johann Padutsch ein sehr gutes Gesprächsklima: "Jetzt können wir sagen, jetzt beginnt die Geschichte."

Ein Projekt, das Mayr noch in dieser Regierungsperiode verwirklichen will, ist eine "S-Bahn Pinzgau". Diese soll zunächst zwischen Saalfelden und Bruck beginnen und später bis Taxenbach/Rauris ausgebaut werden. Ein drittes S-Bahn-Projekt von Radstadt bis Bad Gastein soll später folgen. (APA, 21.8.2014)

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