6.500 verletzte Mountainbiker pro Jahr in Österreich

20. August 2014, 16:30
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Längst hat sich die einstige Nischensportart zu einem beliebten Trendsport entwickelt - das Unfallrisiko wird dabei aber oft unterschätzt

Mehr als 140.000 aktive Mountainbiker gibt es in Österreich. Nicht verwunderlich, denn Österreich bietet neben der Schweiz, Frankreich und Spanien ideale Bedingungen für die Ausübung des Sports. Doch das hat auch seine Kehrseite, wie das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) berichtet : Durchschnittlich 6.500 Personen verletzen sich jährlich beim Mountainbiken so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen.

Vor allem Männer betroffen

Da der Sport zu 75 Prozent von Männern ausgeübt wird, verwundert es nicht, dass vor allem diese am Häufigsten verunfallen: Beinahe 82 Prozent der Verletzen sind männlich. "Das Risiko beim Mountainbiken zu verunfallen, ist für Männer um ein Drittel höher, als für Frauen. Das Durchschnittsalter der verletzten Mountainbiker liegt bei 34 Jahren", sagt Klaus Robatsch, Forschungsleiter im KFV.

Obwohl beim Mountainbiken im Vergleich zu anderen Sportarten großer Wert auf die richtige Schutzausrüstung gelegt wird - rund 90 Prozent tragen einen Schutzhelm, 70 Prozent eine Schutzbrille -, ist die Verletzungsschwere bei Mountainbikeunfällen oft hoch. Die häufigsten spitalsbehandelten Verletzungen betreffen die oberen Extremitäten. In schlimmen Fällen sind Wirbelsäule oder Schädel betroffen. Betrachtet man die Art der Verletzungen, so ist der Knochenbruch unangefochten auf Platz eins: Rund 50 Prozent der verunglückten Mountainbiker brachen sich beispielsweise das Schlüsselbein, die Rippen, die Unterarme oder die Schultern.

Hohe Anforderungen

Es braucht einiges an Vorbereitung, Training und nicht zuletzt entsprechendes Material, bevor man sich auf zwei Rädern in die Berge begibt. Biker benötigen fahrtechnisches Können, das man nur mit gutem Training und entsprechender Fitness erreichen kann. Hinzu kommt, dass die Bewältigung einer mehrstündigen Tour hohe Anforderung an die sportliche Kompetenz des Bikers stellt.

Körperliche Überlastung kann nicht nur motivationshemmend wirken, sondern auch die Unfallgefahr wesentlich erhöhen. Ein regelmäßiges und ausgewogenes Training über das ganze Jahr verteilt ist daher die Grundvoraussetzung für eine sichere Mountainbiketour. Aufwärmübungen, gute Tourenplanung und die passende Schutzausrüstung helfen, das Unfall- und Verletzungsrisiko zu minimieren. (red, derStandard.at, 20.8.2014)

  • Mountainbiken boomt, ist aber alles andere als ungefährlich.
    foto: wikimedia/h. sallmutter

    Mountainbiken boomt, ist aber alles andere als ungefährlich.

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