Wie man sterben soll: Chinesischer Todessimulator als Touristenattraktion

21. August 2014, 15:22
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Der Tod als Spiel: Chinesische Unternehmer eröffnen im September einen Todessimulator. Wer verliert, kommt ins Krematorium

"Samadhi - 4D-Erlebnis des Todes" ist ein morbides "Fluchtraum"-Spiel, das dramatische Spezialeffekte nutzt, um Spielern eine annähernd lebensechte Todeserfahrung zu bieten. Die "Todes-Attraktion" Samadhi eröffnet im September und bietet den Besuchern eine Reihe von Herausforderungen, um den Tod spielerisch auszutricksen. Egal ob Gewinner oder Verlierer - in diesem Spiel erlebt jeder den Tod.

Der Tod lauert überall

Die Verlierer werden auf einem Förderband in eine nachgeahmte Verbrennungsanlage transportiert, wo heiße Luft und Lichtprojektoren für ein Einäscherungs-Erlebnis sorgen. Nach der Verbrennung werden die Teilnehmer in eine weiche, gebärmutterähnliche Kapsel befördert, die eine Wiedergeburt simulieren soll.

foto: reuters/truth leem
Schon 2010 sorgte ein ähnlich makaberes "Spiel" in Seoul, Südkorea, für Aufsehen: Dort wurden im Rahmen einer "Coffin Academy" Kurse abgehalten, die den Koreanern den eigenen Tod nahebringen sollten.


Die Spielgründer Rui Ding und Wei-ping Huang haben eine lange Zeit mit intensiver Recherche verbracht, um die Einäscherung für Besucher so real wie möglich darstellen zu können. Typischerweise erwartet diese Bestattungsmethode 50 Prozent der chinesischen Bevölkerung nach ihrem Tod. Das Gründerpaar war sich zunächst unsicher hinsichtlich der gesellschaftlichen Akzeptanz ihres Todesspiels. "Uns fehlt jegliches Verständnis für den Tod, und die Angst davor kann für uns Menschen überwältigend werden", sagt Ding.

Crowdfunding-Aufruf mit großem Anklang

Um den potenziellen Erfolg der Todes-Idee einschätzen zu können, haben Ding und Huang zuvor eine Spendenaktion ausgerufen, die auf großen Anklang gestoßen ist. "Es stellte sich heraus, dass sehr viele Menschen in China neugierig sind, was den Tod betrifft", erzählt Huang. Ding hofft, dass diese Todeserfahrung die Menschen dazu veranlasst, darüber nachzudenken, was sie mit ihrem Leben anfangen. Das Erlebnis soll 249 Renminbi (rund 30 Euro) kosten. (red, derStandard.at, 21.8.2014)

Hier der BBC-World-Bericht

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