Wiener Fonds könnte Corpbank retten

20. August 2014, 11:54
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Ministerpräsident Blisnaschki: "Wir haben Vorgespräche geführt"

Sofia - Ein Investmentfonds mit Sitz in Wien habe Interesse an der angeschlagene Corporate Commercial Bank (Corpbank) in Bulgarien, hat der bulgarische Ministerpräsident der Übergangsregierung, Georgi Blisnaschki, am Dienstag in Sofia erklärt. Weitere Einzelheiten wollte er allerdings nicht bekannt geben, wie die Onlineausgabe mediapool.bg berichtet.

"Wir haben Vorgespräche geführt. Es handelt sich um einen Fonds, der bereits Privatisierungsgeschäfte in Tschechien und anderen Ländern abgewickelt hat", sagte Blisnaschki.

In zehn Tagen sollen die konkreten Vorschläge über die Zukunft der in Schieflage geratenen Corpbank der Interimsregierung in Sofia vorgelegt werden. Der Wiener Fonds sei gerade dabei, die Aktionäre der viertgrößten bulgarischen Bank zu überzeugen, dem Projekt grünes Licht zu geben. Dem Regierungschef zufolge verfüge der Fonds über "mehr als ausreichend Finanzmitteln" für die Gesundung des Geldinstituts.

Was der staatliche Fonds von Oman vorhat, der 30 Prozent der Aktien in der Corpbank hält, ist derzeit unbekannt. Wenige Tage vor dem Rücktritt der sozialistischen Regierung am 6. August führte der damalige Finanzminister Peter Tschobanow Gespräche mit dem Oman-Fonds. Details aus diesen Unterredungen wurden jedoch nicht bekannt.

Die Bemühungen um die Rettung der angeschlagenen Bank finden ohne den Mehrheitseigner der Corpbank, Zwetan Wassilew, statt. Er wird derzeit per Interpol-Haftbefehl wegen mutmaßlicher Veruntreuung von umgerechnet 103 Mio. Euro aus seiner eigenen Bank gesucht, und soll sich derzeit in Belgrad aufhalten. Zuvor hatte sich Wassilew in Wien niedergelassen und warf von dort der Bulgarischen Nationalbank und den Behörden vor, für die Liquiditätskrise der Corpbank verantwortlich zu sein. (APA, 20.8.2014)

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