Ferguson: 47 Demonstranten verhaftet

Video20. August 2014, 16:15
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Polizei in St. Louis erschoss weiteren Schwarzen, der Beamte mit einem Messer bedroht haben soll

Ferguson - In der US-Kleinstadt Ferguson sind nach Demonstrationen in der Nacht auf Mittwoch erneut 47 Personen festgenommen worden. Zudem seien drei Waffen bei den Protesten gegen die Polizei sichergestellt worden, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Der Sender CNN hatte zuvor berichtet, dass Demonstranten vereinzelt Plastikwasserflaschen in Richtung Polizei geworfen hätten. Die Polizei rief die Protestierenden auf, nach Hause zu gehen.

Auslöser der Proteste waren die tödlichen Schüsse eines weißen Polizisten auf den 18-jährigen unbewaffneten Afroamerikaner Michael Brown vor mehr als einer Woche. Der Protestzug in der Nacht auf Mittwoch auf einer Hauptstraße wurde erneut von zahlreichen Mitgliedern der Staatspolizei gesichert, Straßen wurden gesperrt. Umliegende Geschäfte und Restaurants schlossen bereits am frühen Abend, um sich vor Randalen und Plünderungen zu schützen. Viele Journalisten und Kamerateams aus aller Welt beobachteten das Geschehen in dem Vorort im US-Staat Missouri.

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In den frühen Morgenstunden am Mittwoch gab der interimistische Polizeichef eine Pressekonferenz. Ronald Johnson sprach von einem "turning point" nach der zehnten Nacht der Proteste.

Polizei erschießt weiteren Schwarzen

Stunden vor der neuerlichen Demonstration erschossen Polizisten in der nahen Metropole St. Louis erneut einen Schwarzen. Der 23-Jährige habe die Beamten mit einem Messer bedroht, sagte der Polizeichef Sam Dotson bei einer Pressekonferenz. Der Verdächtige habe sich unberechenbar verhalten und die Polizisten aufgefordert, ihn zu erschießen.

Obwohl sie ihn mehrfach ermahnt hätten, das Messer abzulegen, sei er weiter auf sie zugekommen, sagte Dotson. Als der Mann nur noch gut einen Meter von den Beamten entfernt gewesen sei, hätten sie auf ihn geschossen. Die genauen Umstände des Vorfalls würden noch untersucht. Der Verdächtige soll zuvor Lebensmittel aus einem Geschäft gestohlen haben. Der Tatort liegt gut drei Kilometer von Ferguson entfernt.

Begräbnis am Montag

Brown soll am kommenden Montag beerdigt werden. Es sei eine öffentliche Gedenkveranstaltung geplant, berichtete die Zeitung "St. Louis Post-Dispatch" unter Berufung auf den Anwalt der Familie. Er rechne damit, dass ranghohe Persönlichkeiten anwesend sein werden. Zu den Teilnehmern und dem Ort gab es noch keine näheren Angaben. Laut Medienberichten soll der Bürgerrechtler und Baptistenprediger Al Sharpton die Grabrede halten.

Juristische Aufarbeitung

Am Mittwoch beginnt auch die juristische Aufarbeitung des Falles. Eine Grand Jury soll dann mit der Beweisaufnahme beginnen und klären, ob der Polizist Darren Wilson das Gesetz brach, als er Brown erschoss. Auch Justizminister Eric Holder wurde am Mittwoch in Ferguson erwartet, um sich ein Bild von der Lage zu verschaffen. Das Justizministerium und die Bundespolizei FBI ermitteln.

In der Nacht zum Dienstag waren bei gewaltsamen Protesten in der Stadt mindestens 31 Menschen festgenommen worden, von denen einige aus New York und Kalifornien angereist waren. Auch drei deutsche Journalisten, darunter STANDARD-Korrespondent Frank Hermann, wurden vorübergehend inhaftiert. (APA, 20.8.2014)

  • Seit den Schüssen auf Michael Brown ...
    foto: ap/warren

    Seit den Schüssen auf Michael Brown ...

  • ... hören die Proteste nicht mehr auf.
    foto: ap/warren

    ... hören die Proteste nicht mehr auf.

  • Die Polizei sperrte den Ort ab, wo am Dienstag ein weiterer Schwarzer erschossen wurde.
    foto: apa/epa/smith

    Die Polizei sperrte den Ort ab, wo am Dienstag ein weiterer Schwarzer erschossen wurde.

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