Welterschöpfungstag: Ressourcen der Erde schwinden

19. August 2014, 15:42
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"Earth Overshoot Day" findet immer früher im Kalenderjahr statt - Menschen bewohnen den Planeten auf Kredit

Wien - Vor ökologischen und ökonomischen Problemen haben Wissenschafter und Umweltschützer am Dienstag anlässlich des sogenannten Welterschöpfungstags gewarnt. Das ist jener Tag, an dem die Menschheit die jährlich zur Verfügung stehenden Ressourcen verbraucht hat. Ab diesem Tag, 2014 der 19. August, lebt die Weltbevölkerung sprichwörtlich auf Kredit auf diesem Planeten.

Für die Berechnungen herangezogen wird der Ökologische Fußabdruck der Menschen. Dieser zeigt, wie viele natürliche Ressourcen von einem Land, einer Stadt, einem Haushalt oder einer Person verbraucht werden.

Das Global Footprint Network, eine internationale Gemeinschaft zum Thema Nachhaltigkeit, berechnet seit mehreren Jahren den "Earth Overshoot Day". Es vergleicht dabei die Inanspruchnahme des Planeten durch die Menschheit mit Biokapazität, der Fähigkeit der Natur, Rohstoffe zu erzeugen und Schadstoffe abzubauen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Ökoschulden seit dem Jahr 2000 kontinuierlich gewachsen sind. Folglich findet der Welterschöpfungstag immer früher im Kalenderjahr statt - im Jahr 2000 war er noch am 1. Oktober, 2014 bereits am 19. August.

75 Prozent der Kapazität

Zum Vergleich: Im Jahr 1961 hat die Menschheit etwa 75 Prozent der Kapazität genutzt, über die die Erde verfügt. Die meisten Länder hatten mehr Biokapazität zur Verfügung als sie in Form von Ressourcen beanspruchten. Mit dem Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum stieg auch der Bedarf an Ressourcen und die ökologischen Grenzen wurden überschritten.

Berechnungen des Global Footprint Networks zufolge bedarf es mittlerweile 1,5 Planeten, um den aktuellen Verbrauch der Menschheit zu decken. Nach Einschätzung der Vereinten Nationen wird die Weltbevölkerung bis 2050 auf 9,6 Milliarden Menschen anwachsen, auch die Lebenserwartung steigt. Bei der momentanen Nachfrage der Menschen nach Energie, Lebensmitteln und anderen Konsumgütern würden noch vor dem Jahr 2050 die Ressourcen von drei Planeten benötigt werden.

Die Umweltorganisationen WWF, Greenpeace und GLOBAL 2000 sind sich einig, dass die Reduktion des globalen 'Overshoot' zu den größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zählt: "Die Schäden dieses Raubbaus an unserer Erde, die wir alle zu bezahlen haben, sind viel größer als die Erträge, die derzeit erzielt werden", hieß es am Welterschöpfungstag auf der WWF-Homepage. (APA, 19.8.2014)

  • Die jährlich verfügbaren Ressourcen der Erde wurden dieses Jahr schon am 19. August verbraucht.
    foto: reuters/david gray

    Die jährlich verfügbaren Ressourcen der Erde wurden dieses Jahr schon am 19. August verbraucht.

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